Auch Pfalz für g.g.A. Rhein

Donnerstag, 22. Oktober 2020 - 14:45
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Wein
Der pfälzische Weinbaupräsident Reinhold Hörner sieht große Chancen durch eine g.g.A. Rhein

Der pfälzische Weinbaupräsident Reinhold Hörner beurteilt die Chancen für das Zustandekommen einer großen g.g.A. Rhein positiv. Er selbst habe diese schon lange befürwortet, sich jedoch stets gegen eine g.U. Rhein gewehrt, erklärte Hörner im Gespräch mit WEINWIRTSCHAFT, da dann das Image der Anbaugebiete leide. Negativ sieht Hörner die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vorgeschlagene Öffnung der untersten Kategorie Deutscher Wein für Rebsorten. Die Kategorie g.g.A. sei hierfür deutlich besser geeignet.

Von einer großen g.g.A. würden dagegen nicht nur die Kellereien profitieren, die mehr Flexibilität und einen guten Begriff für den Export erhielten, eine gut vermarktete g.g.A. biete auch bessere Möglichkeiten für das Auskommen der Winzer. Zugleich könnten die bestehenden g.U.s besser profiliert werden. Wie lange es noch bis zu einer g.g.A. dauert, ist aber ungewiss. Erste Gespräche sind demnächst geplant.

Hörner berichtet, dass neben Pfalz und Rheinhessen, wo die Gedankenspiele Anfang Oktober öffentlich gemacht wurden, auch Nahe und Mosel Interesse an der g.g.A. hätten. Widerstand gebe es vom Mittelrhein. Die dortige Ablehnung richtet sich gegen den geplanten Namen der g.g.A. Hörner ist jedoch überzeugt, dass die g.g.A. Rhein keine Nachteile für die Winzer vom Mittelrhein bringt, da sich die Vermarktungswege stark unterschieden und will auch den Mittelrhein an Bord holen. Auch die Pfälzer Genossenschaften seien von der Idee nicht begeistert. Hier sieht Hörner jedoch geringeres Konfliktpotenzial, da die Genossenschaften ihre Weine auch künftig als g.U. vermarkten könnten. cg
 

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