Spätburgunder Rosé

MEININGERS WEINWELT
Freitag, 8. Juli 2016 - 9:00
Verkostungen

Die Farbe des Sommers

Apéritif, Terrasse, Gartenfete ... dazu natürlich Rosé. Kein anderer Wein wird derart mit unkompliziertem Genuss verbunden wie Rosé. Und kein Zweifel: Er liegt im Trend. Wir empfehlen ein paar Dutzend Beispiele aus Spätburgunder.

Foto: Photohomepage/iStock/Thinkstock.com

Leicht, fruchtig, frisch – so stellt man sich meist einen Rosé vor. Dabei gibt es natürlich auch Versuche, ein größeres Gewächs mit mehr Tiefe zu erzeugen (auch solche finden Sie hier), doch meist bleibt’s beim sommerlichen Trinkvergnügen. Seit Rotweine in Deutschland zugelegt haben, gibt es auch mehr Rosé. Die Technik des Saftabzugs ist sehr populär geworden, sodass beinahe jeder Rotwein-Erzeuger auch Rosé im Programm führt. Saftabzug heißt: Nach kurzer Maischestandzeit für Rotwein wird ein Teil des zu dem Zeitpunkt noch hellrosafarbenen Saftes abgelassen. Damit wird die Rotweinmaische konzentriert, weil sich das Verhältnis Schale und Fruchtfleisch zu Flüssigkeit verändert. Der abgezogene Saft wird zu Rosé vergoren.

Davon gibt es mehr und mehr. Rosé lag in Deutschland einst bei einem Marktanteil von zwei bis drei Prozent, heute hat er rund zehn Prozent erobert – übrigens auch weltweit. Der meiste Rosé wird nach wie vor in Frankreich getrunken, wo ihn vor allem die Côtes-de-Provence für sich entdeckt haben. Es folgen die Amerikaner und schon auf Rang drei die deutschen Weintrinker. Ob lachs- oder zwiebelschalenfarben, mehr ins Orange oder einfach nur Rosa: Kein anderer Wein wird in erster Linie über die Farbe verkauft wie Rosé. Studien haben gezeigt, dass vor allem Frauen, die ohnehin über den Weineinkauf der meisten Haushalte entscheiden, gerne bei Rosé zugreifen. Deshalb wird er auch fast immer in Weißglasflaschen gefüllt.

Wir verkosteten 56 Rosés und stellen die besten 32 vor. Aktuell verfügbar musste er sein, was zu Jahresbeginn manchmal schwierig ist, wechselt doch jetzt oft im Angebot der Winzer gerade der Jahrgang. So stammte deutlich über die Hälfte der angestellten Weine auch schon vom Jahrgang 2015, der ja nicht nur reife und top gesunde Trauben lieferte, sondern sich auch für eine frühe Füllung eignete. Ein knappes Drittel der Proben stammte übrigens aus der Pfalz, ein gutes Viertel aus Baden. Der Rest verteilte sich auf die übrigen wichtigsten Anbaugebiete. Das Rosé-Trinkvergnügen gibt es oft schon unter fünf Euro, für die ehrgeizigeren Varianten wird auch schon mal über zehn verlangt. Bei unserer kleinen Auswahl ist für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas dabei.

Michael Hornickel
 

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