MEININGERs WEINWELT (05/2009): Rheingau Spätburgunder

MEININGERS WEINWELT
Montag, 11. Mai 2009 - 12:00
Verkostungen
Wer Rheingau sagt, denkt an Riesling. Angesichts der dortigen Dominanz dieser Rebsorte (78 Prozent) rückt der Spätburgunder etwas in den Hintergrund. Dabei gebührt ihm mit über zehn Prozent der Rebfläche Rang zwei und seine Stärken würden eine weitere Verbreitung rechtfertigen. 
 
32 Rheingauer Betriebe traten mit 66 Spätburgundern an, seine Vorzüge unter Beweis zu stellen. Alle verfügbaren Jahrgänge konnten eingereicht werden (über die Hälfte 2007er, rund 30 Prozent aus 2006), aber “trocken” mussten sie sein. Derart ausgewiesene Rheingauer Spätburgunder sind es denn auch meist wirklich: Vier von fünf Proben lagen im Restzucker international klassisch unter vier Gramm pro Liter. In der Regel steht das diesen saftigen Weinen auch gut zu Gesicht. Für ein nördliches Anbaugebiet zeigen sie sich zudem meist kraftvoll, wie es Pinots gerne haben, aber auch unter den Leichtgewichten (15 Prozent lagen unter 13 Volumenprozent) haben wir einige gelungene Vertreter gefunden. Dabei glänzt Rheingauer Spätburgunder, selbst bei fruchtbetonter Machart, oft mit einer gewissen Erdverbundenheit, mit einer dezent erdig-mineralischen Note, die ihn vom Rest der Republik unterscheidet. Das Ganze hat natürlich seinen Preis. So ist nur ein Drittel der Proben unter zehn Euro zu haben, gut 40 Prozent liegen über 15 Euro, davon wiederum über die Hälfte sogar über 20 Euro, von denen allerdings längst nicht jede eine Empfehlung von uns bekommen konnte. Wenn Sie also unsere Tipps beherzigen, können Sie sich unnötige Ausgaben sparen.

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