MEININGERs WEINWELT (04/2012): Sommerweine

MEININGERS WEINWELT
Donnerstag, 22. März 2012 - 11:00
Verkostungen
Als Dreamteam für den Sommer könnte man sie ohne Übertreibung bezeichnen, die beiden weißen Sorten Gutedel und Müller-Thurgau, die wir mit dieser Verkostung mal wieder in den Fokus und aus dem übermächtigen Schatten des Weißwein-Primus Riesling rücken möchten. Frisch, leichtfüßig, animierend und perfekt für die Terrasse, den Balkon oder Garten sind die besten und damit unsere Top-Empfehlung für den Sommer 2012. 
 
Eins schon mal vorab. Punkte sind nicht alles! Unsere Punktbewertungen sind preisunabhängig und auf die absolute Qualität bezogen. Und nur weil es die Mercedes-S-Klasse gibt, ist die A-Klasse noch lange kein schlechtes Auto! Genau das gleiche gilt auch beim Wein. Es gibt Große Gewächse, die mit ihrer Komplexität und Tiefe ganz andere Punktbereiche erobern können, als ein sauberer, frischer, für den sofortigen Konsum gedachter Spaßwein. Das sind ja auch zwei komplett unterschiedliche Ansätze (und Preisklassen!). Stellen Sie sich nur mal vor, Sie müssten den ganzen Sommer über ausschließlich Amarone della Valpolicella, edelsüße Rieslinge und Grand Crus aus Burgund und Bordeaux trinken. Das sind Weinkategorien, in denen tendenziell sehr hohe Punktbewertungen vergeben werden.
 
Aber Punkte sind nicht alles! Wir haben wie immer die besten Weine ihres jeweiligen Segments für Sie herausgefiltert und garantieren Genuss und Trinkfreude bei unseren Empfehlungen. Der Sommer kann kommen! Fangen wir mal mit dem Gutedel an, einer Sorte, die im badischen Markgräflerland ihre größte (und fast ausschließliche Verbreitung) in Deutschland findet und die in der Schweiz als Chasselas bekannt ist. In der West-Schweiz ist sie gar die wichtigste weiße Sorte, allerdings hatten wir uns in unserer Verkostung ausschließlich auf deutsche Weine konzentriert. Gutedel gilt als eher mild in der Säure, wird gerne mit eher niedrigen Alkoholgraden ausgebaut und hat in unserer Probe eine wirklich gute Figur gemacht. Insgesamt 25 Weine konnten eine mindestens gute Bewertung erreichen, für immerhin vier Weine war sogar ein zweites Sternchen drin. Und das zu überwiegend sehr freundschaftlichen Preisen.
 
Der Löwenanteil der Sommerweinprobe entfiel mit 182 Weinen auf die Sorte Müller-Thurgau. Die auch oft als Rivaner bezeichnete Kreuzung aus Riesling und Silvaner wird weltweit auf über 50 000 Hektar angebaut und ist in Deutschland in allen Anbaugebieten vertreten. Oftmals zart-floral, etwas leichter und milder in der Säure als Riesling, bieten die besten Müller-Thurgaus unbeschwerten Genuss, bei dem auch das zweite und das dritte Glas richtig gut schmecken. In Italien ist die dort liebevoll Muller genannte Sorte übrigens voll im Trend – vielleicht schafft es ja auch dieser Trend (wie zuvor Prosecco, Lugana und der allgegenwärtige Spritzzz) wieder über die Alpen. Importieren müssten wir dann dieses Mal aber nichts! 

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