MEININGERs WEINWELT (04/2009): Bordeaux: Zweitweine

MEININGERS WEINWELT
Mittwoch, 11. März 2009 - 11:00
Verkostungen
Manche “Seconds Vins” sind besser als einige klassifizierte Gewächse, andere völlig überteuert. Wir haben die wichtigsten probiert. Die Preise für den Handel standen zu diesem Zeitpunkt zum Teil noch nicht fest.
 
Bei Zweitweinen denkt man zunächst an das Médoc; dort wurden sie geschaffen. Der Pavillon Rouge von Château Margaux ist zwar nicht der älteste, trug in den Achtzigern aber am meisten dazu bei, die “Seconds Vins” hoffähig zu machen. Heute dürfte er einer der stabilsten sein. Bei Rotweinen fanden die Zweitweine vor ein paar Jahrzehnten Akzeptanz, nach und nach folgten Châteaux aus den Weißwein-Appellationen, ohne an Renommee zu gewinnen. Bei den trockenen Weißen ist eh nicht viel Spielraum, außer in den Graves. Aber auch der “Esprit” der Domaine de Chevalier, für den man 20 Euro anlegen muss, konnte nicht überzeugen. Wir stellen nur ein paar gelungene Beispiele vor. Bei den Süßweinen waren unsere Verkostungseindrücke gar ein Desaster. Wenigstens das Top-Château Climens rettete mit Cyprès de Climens als einziger Vertreter des Barsac etwas die Ehre der bordelaiser Liquoreux. Unter sieben Sauternes schaffte nur einer zwei Sterne. Bei den Rotweinen zeigt sich ein großes Gefälle. Enttäuschend etwa die Zweitgewächse von Marquis de Terme oder Siran. Auch manche Seconds Grands Crus bieten schwache “Seconds Vins”. Demgegenüber stehen einige gelungene Cuvées, die dann aber auch einiges kosten. Wir präsentieren rund 70 Beispiele.

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