Felicitas Then über Zero Waste in der Küche

Dine Kolumne - Gruß aus der Küche
Ausgabe: 
04
2019
Mittwoch, 12. Juni 2019 - 14:15
Kolumne
Felicitas Then

Foto: Ben Fuchs

Kein Plastik, immer alles aufessen und schon gar keinen Coffee to go mehr kaufen. Vorneweg: Dies soll keine belehrende oder vorschreibende Kolumne werden. Ich möchte auch nicht, dass Sie Ihre Kartoffeln ab jetzt nur noch mit Schale essen und aus dem Möhrengrün gläserweise Pesto herstellen. Ich möchte nur einige Beispiele nennen, wie ich „Zero Waste“ in meinen Alltag integriere.

Kennen Sie die kleinen abgepackten Kräuterstängel, bestehend aus winzigen Mengen Koriander, Dill oder Kerbel? Diese sind nicht nur teuer, sondern produzieren viel Plastikmüll. Besser: Kräuter im losen Bund kaufen, selbst züchten oder umtopfen und so am Leben halten. Schon seit Januar werden in Gemüseläden Erdbeeren zum Dumpingpreis angeboten. Erstens erinnern sie im Geschmack eher an grüne Äpfel als an süße Sommerfrüchte, zweitens sind sie tausende Kilometer gereist, nur um unser Müsli bunter zu machen. Ich warte da lieber bis zum Frühling!

Ich gehe auch nie mehr ohne Stoffbeutel einkaufen. So muss ich keine Tüte kaufen und habe einen guten Mengenindikator – der schützt mich vor Hunger-Hamster-Einkäufen. Gerade Backwaren sind oft viel zu billig und bleiben übrig. Haben Sie schon mal alte Frühstücksbrötchen geraspelt und in Butter geröstet? Das perfekte Reste-Topping für Pasta oder Gemüse-Gerichte! Es soll ja auch immer noch Menschen geben, die den Joghurt nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums wegwerfen. Mein Rat: sehen, riechen, schmecken. Meist sind Lebensmittel noch Wochen nach dem Verfallsdatum genießbar.

Aber falls Ihre Bananen doch mal ein bisschen braun geworden sind: hier ein köstliches Reste-Rezept!

Upside down Banana-Cake

3 bis 4 sehr reife Bananen, 100 g Schokoladenreste (zum Beispiel von Ostern), 3 Bioeier, 60 g Zucker, 1 TL Vanillezucker, 1 gestr. TL Zimt, 1 Prise Muskatnuss (frisch gerieben), ½ unbehandelte Zitrone, 1 Prise Salz, 70 ml Sonnenblumenöl, 1 TL Backpulver, 280 g Mehl, 140 g Butter, 150 g brauner Zucker, 100 g Walnüsse oder Pekannüsse

Zwei Bananen mit einer Gabel zerdrücken. Schokoreste hacken. Eier, Zucker, Vanillezucker, Zimt, Muskatnuss, etwas Zitronenabrieb, Salz und Öl dazugeben und verrühren. Das Mehl mit dem Backpulver und der Schokolade mischen, zur Bananenmasse geben und unterheben.

Die übrige(n) Banane(n) in Scheiben schneiden und abwechselnd mit den Nüssen auf dem Boden einer beschichteten Tarteform (24 cm Durchmesser) verteilen. Die Butter zusammen mit dem Zucker in einem Topf schmelzen lassen, aufkochen und anschließend über die drapierten Bananenstücke gießen. Die Teigmasse darauf schütten und glattstreichen.

Den Kuchen für 35 bis 40 Minuten bei 180 Grad Ober- und Unterhitze backen, dann etwas abkühlen lassen und vorsichtig stürzen. Am besten schmeckt er mit einer Kugel Vanilleeis oder einem Rest Crème Fraîche, den man noch im Kühlschrank hat ...

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