Tea only

Mittwoch, 28. Oktober 2020 - 10:30
Gastronomie
Genuss
Im neuen Restaurant  „UUU“ in Berlin gibt es ausschließlich Tee und Tee-basierte Getränke. Zum Beispiel ein kalt gebrauter Red Leaf Black aus dem chinesischen Gaoling-Gebirge (Foto: UUU)

Die Hauptstadt ist um ein kreatives Speisen- und Getränke-Konzept reicher. Am 3. September hat im Stadtteil Wedding das chinesische Fine-Dining-Restaurant „UUU“ aufgemacht. Neun Sitzplätze, ein 8-Gang-Menü, eine ausschließlich auf Tee basierte, alkoholfreie Getränkebegleitung. Das sind die Eckdaten des Newcomers.

Hinter dem Konzept stehen Yuhang Wu und Jonas Borchers. Wu hat den Kochberuf bei Tim Raue gelernt und im Dreisterner „Aqua“ in Wolfsburg sowie zuletzt im zweifach besternten Dessert-Restaurant „Coda“ in Berlin gearbeitet. Borchers hat Internationale Beziehungen in Dresden studiert und sich schon früh in das Land und die chinesische Kultur verliebt. Es folgte das Master Studium in Chinese Studies und ein Job als Redakteur für ein deutsch-chinesisches Online-Magazin.

Auf den Teller kommen moderne, kreative chinesische Gerichte. Ins Glas, beziehungsweise in die Tasse, ausschließlich Tees, zumeist aus China, bzw. Eigenkreationen basierend auf ebensolchen. Zum Beispiel ein kalt gebrauter Red Leaf Black aus dem Gaoling-Gebirge in der Provinz Yunnan im Südwesten Chinas. Seine rot gefärbten Blätter verleihen dem Tee Holz- und Tabaknoten und ein säuerlich-fruchtiges Aroma. Er begleitet unter anderem eine Brühe aus gelben fermentierten Tomaten. Aus demselben Tee entsteht auch ein Kombucha, der mit Säure und Süße spielt, und Auberginenconfit und gebeiztes Eigelb flankiert. Oder ein kalt gebrauter „Whisky“-Lapsang, ein Schwarztee aus der Shimada-Region in Zentral-Japan, geräuchert mit Eichenholz aus alten Whiskyfässern. Dazu gibt es unter anderem Iberico-Schweinebäcken. Die wiederum sehen durchaus Alkohol, denn sie werden in Reiswein geschmort. Die Tassen und Gläser, in denen die Getränke serviert werden, stammen teilweise aus China, in ihnen sollen die verschiedenen Kreationen am besten zur Geltung kommen.

Die acht Gänge gibt es für 129 Euro, die Getränkebegleitung und Leitungswasser – kalt oder warm – inklusive. Andere Getränke gibt es nicht. Alles wird frisch nach Verfügbarkeit der Zutaten zubereitet. So kann es von Tag zu Tag auch schonmal kleine Variationen auf Teller und Tasse geben.

Der Name lässt übrigens – absichtlich – Raum für Interpretation: Sollen die drei Us drei Schüsseln, drei Becher, drei Zungen symbolisieren? Oder spielt er auf den Nachnamen der Köchin an?

Bisher ist das UUU von Donnerstag bis Samstag geöffnet, bald soll Sonntag als vierter Öffnungstag hinzukommen. Sinnvoll, denn die Nachfrage ist anscheinend da: Seit Anfang Oktober ist das Restaurant ausgebucht. Und, berichtet Jonas Borchers: Den Wein vermissen seine Gäste nie. aw

Anzeige