Benedikt Höret ist Nachwuchssommelier 2020

Montag, 16. März 2020 - 15:15
Branchentermine
Gastronomie
Verbände
Von links nach rechts: Peer F. Holm (Präsident Sommelier-Union), Benedikt Höret (1. Platz), Sebastian Schaan (2. Platz), Sarah Dieterle (Nestlé Waters Deutschland GmbH), Sascha Speicher (Chefredakteur Meiningers Sommelier). FOTO: Melanie Hubach.

Zum neunzehnten Mal wurde der „Nachwuchssommelier des Jahres“ gekürt. Gewinner ist Benedikt Höret aus Heidelberg, der seine Ausbildung zum Staatlich geprüften Sommelier bei der Hotelfachschule Heidelberg absolviert, gefolgt vom zweitplatzierten Sebastian Schaan aus Maxdorf und dem drittplatzierten Patrick Aichlseder aus Wels in Österreich.

Der Wettbewerb wird jährlich ausgeschrieben vom Magazin Meiningers Sommelier und der Sommelier-Union Deutschland in Kooperation mit der Hotelfachschule Heidelberg, der Deutschen Wein- und Sommelierschule in Koblenz/Hamburg, der IHK München, dem International Wine Institute Bad Neuenahr-Ahrweiler, der IHK Würzburg und der WIFI Tirol. „Ein verdienter Sieg“, urteilte die Jury, die Benedikt Höret zum Nachwuchssommelier 2020 kürte.

Er überzeugte aufgrund seines profunden Fachwissens sowohl im schriftlichen wie im praktischen Teil des Wettbewerbs und mit seinem souveränen Auftreten. Dabei kam ihm auch seine Berufserfahrung in namhaften Restaurants, wie der Köhlerstube im Hotel Traube Tonbach, und als Assistant Sommelier auf der MS Europa zugute, die an seine Ausbildung als Hotelfachmann anschlossen. Ergänzt hat er diese Karrierestationen durch ein Betriebswirtschaftsstudium, das er 2019 an der Hotelfachschule Heidelberg abgeschlossen hat. Benedikt Höret zeigte in der Prüfung viel Eloquenz, Charme und Wissen beim Service am Gast. Seine Freude am Beruf zeigte sich in allen Facetten, war deutlich spürbar und begeisterte die Jury.
 

Gewinner Benedikt Höret aus Heidelberg. FOTO: Melanie Hubach.

Platz zwei ging an Sebastian Schaan. Seine Ausbildung als Restaurantfachmann ergänzte er mit einem Studium der Internationalen Weinwirtschaft. Die nächste berufliche Station war das Restaurant Schwarz in Kirchheim, es folgte ein Weingut in der Pfalz, wo er ebenfalls als Sommelier arbeitete. Darauf kehrt er wieder in die Topgastronomie zurück, ins Le Corange in Mannheim, und schloss Ende 2019 seine Ausbildung zum Sommelier-Meister IHK bei der Deutschen Wein- und Sommelierschule in Koblenz erfolgreich ab. Aktuell konzentriert er sich auf seine Weiterbildung WSET-Diploma bei der Deutschen Wein- & Sommelierschule Koblenz.
 

Der zweitplatzierte Sebastian Schaan aus Maxdorf. FOTO: Melanie Hubach.

Den dritten Platz belegte Patrick Aichlseder. Der Österreicher absolvierte eine Ausbildung zum Tourismus-Kaufmann und arbeitete anschließend im Restaurant Hospiz Alm in St. Christoph am Arlberg. Darauf folgte eine Anstellung als Jung-Sommelier im bekannten Gourmetwirtshaus Der Kirchenwirt in Leogang. Seit 2019 hat er im Schlosshotel Fuschl die Position des Assistant Head Sommelier. Er absolvierte seine Sommelier-Ausbildung beim WirtschaftsförderungsInstitut der Wirtschaftskammer Österreich.

Die finale Prüfung begann mit einer fehlerhaften Weinkarte, bei der vom einfachen Tippfehler über falsche Anbaugebiete und Qualitätsstufen die Fehler zu benennen und zu korrigieren waren. Es folgte eine Blindverkostung von vier Weißweinen, bei denen Eigenschaften wie Aussehen, Geruch, Geschmack, Rückschluss auf Wein-Art, Qualität,  Rebsorte und Anbaugebiet definiert werden mussten, sowie Gemeinsamkeiten zwischen jeweils zwei dieser Weißweine. Die nächste Aufgabe bestand aus einem visuellen Test, bei dem anhand der gezeigten Bilder geprüft wurde, wie gut sich der Sommelier in der Weinwelt bzw. mit Weinregionen und Persönlichkeiten der Weinbranche auskennt. Es folgte eine zweite Blindverkostung in schwarzen Gläsern, bei der sieben alkoholische Getränke zu erkennen und zu bestimmen waren. Höhepunkt der praktischen Prüfung war der klassische Service am Gast: Beim Service eines Cavas – eines spanischen Schaumweins – mussten Fragen nach der Herstellungsmethode, Rebsorten und Qualitätsstufen von Cava sowie die Unterschiede zur Champagne beantwortet werden. Die richtigen Antworten auf die Fragen des Jurypaares, das als Gäste fungierte, die richtige Glaswahl und Begründung der Wahl, sowie der korrekte Service des Schaumweines mit Öffnen der Flasche, geschickter Handhabung und Service am Gast, waren als Aufgabe zu bewältigen. „Wir verstehen den Wettbewerb als Messlatte für den hohen Anspruch an das Wissen und das Handwerk eines gut ausgebildeten Sommeliers. Er ist zugleich Anreiz und Motivation für junge, aufstrebende Gastronomie-Talente.
 

Alle Teilnehmer des Wettbewerbs. FOTO: Ralf Ziegler / Ad Lumina.

Natürlich eröffnet der Titelgewinn auch Karrierechancen in der Top-Gastronomie. So lautet das Fazit zum Sommelier-Nachwuchswettbewerb von Sascha Speicher, Chefredakteur des Magazins Meiningers Sommelier. Auf diese Weise haben es schon einige junge Sommeliers an die Spitze geschafft. Unter den Gewinnern des Nachwuchswettbewerbs sind Namen wie Dominik Trick (Hotelfachschule Heidelberg), Christina Hilker (Sommelier Consultant), Sybille Herbst (Atable, Ludwigshafen), Florian Richter (Kronenschlösschen, Hattenheim), Holger Schramm (Christophorus, Stuttgart), Jochen Benz (Atelier im Bayerischen Hof, München), Gina Duesmann (Keilings, Bad Bentheim), Marco Gerlach (Ammolite, Rust) und Jo Wessels (Opus V, Mannheim) zu finden.

In der Jury wirkten mit: Yvonne Heistermann für die Deutsche Weinund Sommelierschule Koblenz, Gerhard Elze und Florian Schütky im Auftrag der Österreich Wein Marketing GmbH, Dominik Trick für die Hotelfachschule Heidelberg, Philipp Künemund von der SommelierUnion Deutschland, sowie Sascha Speicher, Chefredakteur des Magazins Meiningers Sommelier.

Rückblick auf den Nachwuchssommelier 2020 im Video:

Anzeige