1921er TBA von der Mosel verkauft

Freitag, 11. September 2020 - 9:45
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Vor dem Verkauf wurde die Flasche neu verkorkt und versiegelt (Foto: Witwe Dr. H. Thanisch Erben Müller-Burggraef).

Wie viele Flaschen es gibt, ist unbekannt. Fest steht: Die 1912er Trockenbeerenauslese des Bernkasteler Weinguts Witwe Dr. H. Thanisch Erben Müller-Burggraef war die erste ihrer Art an der Mosel. Davon ist Gutsverwalter Maximilian F.W. Ferger überzeugt. Zwar gibt es keine Dokumente, die das belegen. Aber die mündlichen Überlieferungen, so Ferger, seien definitiv korrekt.

Die Trauben seien mit 241 Grad Oechsle gelesen worden, die Gärung habe mehrere Jahre gedauert. Bis dato waren Trockenbeerenauslesen nur anderenorts, etwa an der Nahe und im Rheingau, bekannt.

Ein Exemplar eben dieses Weins hat das Weingut kürzlich aus der Hand gegeben. Für eine fünfstellige Summe, die Ferger nicht näher beziffern darf, wechselte das rare Stück den Besitzer. Ein unbekannter Privatsammler – auch hier hüllt man sich in Schweigen – hatte eine gezielte Anfrage nach genau dieser Flasche bei der britischen Agentur The WineBarn gestellt. Die sind auf das Auffinden solcher Raritäten spezialisiert und haben beim Weingut Witwe Dr. H. Thanisch Erben Müller-Burggraef angeklopft.

Denn, dass dieser Jahrgang im Besitz des Weinguts existiert, war bekannt: In den 1980er Jahren wurden zwei der 1921er Flaschen privat sowie bei einer Versteigerung verkauft. Entdeckt wurden sie bereits Anfang der 60er Jahre, zusammen mit anderen verloren geglaubten Bouteillen, hinter einer Mauer im sogenannten Doctorkeller des Weinguts. Da diese Weine aber damals noch nicht den Stellenwert hatten, den sie Jahrzehnte später erlangten, dauerte es bis in die 80er Jahre bis – für damalige Verhältnisse – Spitzenpreise erzielt werden konnten: 11.200 Mark hat die versteigerte Flasche eingebracht. aw

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