Marc Almert aus Deutschland ist "Bester Sommelier der Welt"

Samstag, 16. März 2019 - 11:00
Branchentermine
Gastronomie

Antwerpen, 15. März 2019

Marc Almert, 27-jähriger Sommelier aus Deutschland, setzte sich bei der ASI-Weltmeisterschaft in Antwerpen gegen ein Rekord-Teilnehmerfeld durch und ist "Bester Sommelier der Welt".  Nach drei hart umkämpften Runden gewann Almert, der im  Baur du Lac Hotel in Zürich arbeitet, gleich bei seiner ersten Teilnahme den begehrten Titel und ließ dabei auch zahlreiche alten Hasen aus der Branche hinter sich. 

„Diese Woche war wie ein Traum und der Traum ist zu Ende gegangen, ohne aufzuwachen. Ich fühle mich geehrt und bin demütig, in so große Fußstapfen zu treten.“ freute sich Marc Almert, nachdem auf der Bühne des Antwerpener Elisabeth-Zentrums vor 1.100 Zuschauern als Sieger verkündet worden war.

Die drei Finalisten mussten sich in den letzten drei Runden anspruchsvollen Aufgaben stellen, welche theoretische und praktische Aspekte des Sommelierberufs abdeckten. Die drei Finalisten, Marc Almert, sowie Nina Højgaard Jensen vom Restaurant Kong Hans Kælder in Kopenhagen (Dänemark) und Raimonds Tomsons vom Restaurant Vincents in Riga (Lettland), waren am Nachmittag erst kurz vor dem Finale bekannt gegeben worden. 

Die drei Kandidaten mussten umgehend nach der Bekanntgabe loslegen. Nina Højgaard Jensen wurde schließlich Zweite und Raimonds Tomsons, amtierender Europameister, belegte am Ende den dritten Platz.  Die Finalrunde, welche auch weltweit über YouTube und Facebook live übertragen wurde, war der abschließende Höhepunkt des einwöchigen Wettbewerbs. Insgesamt lockte der Wettbewerb 66 Sommeliers aus 63 Ländern in die schöne Stadt Antwerpen. Alle Kandidaten bestritten die erste Runde am Montag und Dienstag, aus denen 19 Halbfinalisten hervorgingen. Diese stellten sich in der zweiten Runde einer weiteren, umfangreichen Testreihe (Service, food and wine pairing, Theorie, technische und kaufmännische Fragen, usw.). Die letzte Runde wurde live aufgeführt und konfrontierte die Finalisten mit einer simulierten Restaurantsituation, in der sie ihre Fähigkeiten für den Service, aber auch ihr Wissen über Wein, Speisen und andere Getränke unter Beweis stellen mussten. 

„Es war unglaublich zu sehen, wie gut alle Kandidaten in dieser Woche waren. Der Schwierigkeitsgrad hat im Laufe der Jahre ständig zugenommen, und immer mehr Kandidaten stellen sich der Herausforderung. Es kann nicht genug betont werden, wie beeindruckend es ist, sich auf ein so erstaunlich qualifiziertes internationales Feld zu begeben “, sagte ASI-Präsident Andrés Rosberg.  „Wir sind sehr stolz darauf, den Wettbewerb 'ASI Best Sommelier of the World' in Belgien ausgerichtet zu haben. Es war der 16. Wettbewerb und bereits das dritte Mal, dass er Belgien stattfand. Dies ist ein großartige Anerkennung der Dynamik der Sommellerie in unserem Land “, sagte William Wouters, Präsident der belgischen Sommelier Guild und Präsident des Organisationskomitees des Wettbewerbs. „Es ist eine fantastische Gelegenheit für Sommeliers aus der ganzen Welt, zusammenzukommen und nicht nur miteinander zu konkurrieren, sondern auch um Ideen auszutauschen und von den unterschiedlichen Perspektiven und Realitäten der Anderen zu lernen. Vielen Dank an unsere Partner, unsere Freiwilligen, unser gesamtes Team und alle, die dies möglich gemacht haben. “

                                                                                                                                               JS                    

Kommentar von meiningers sommelier Chefredaktuer Sascha Speicher

Das Wort Sensationssieg wird ja leider inflationär gebraucht, außerdem schwingt immer ein wenig mit, dass der Gewinner eigentlich nicht die Fähigkeiten, die Qualität hatte, um am Ende an der Spitze zu stehen. Das kann man von Marc Almert wahrlich nicht behaupten. Wer weiß, wie konzentriert,  professionell, besonnen (statt besoffen), reflektiert und eloquent (statt marktschreierisch), bescheiden (statt arrogant) er seiner Berufung als Sommelier nachgeht, kann nicht daran zweifeln, dass Marc Almert das Zeug zum Weltmeister hat. Vieles davon erinnert wohl nicht zufällig an den letzten deutschen Weltmeister, Markus del Monego. Offensichtlich ist es das Holz, aus dem Champions geschnitzt sind. Dennoch überrascht der Sieg, denn es war Marcs erster Auftritt auf der internationalen Bühne. Im vergangenen Jahr bei der EM hat er die Konkurrenz als Zuschauer beobachtet, das Wettbewerbsflair eingeatmet und nun in Antwerpen zugeschlagen. Brillant! Lieber Marc, wir gratulieren von Herzen! 

 

Sascha Speicher

Sascha Speicher
Chefredakteur meiningers sommelie
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