Bulles Bio immer größer

Dienstag, 16. April 2019 - 11:15
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47 Bio-Winzer erwarteten die Fachbesucher aus aller Welt am 14. April im Reimser Salon Degermann. Die große Resonanz machte das Verkosten nicht gerade leichter. Doch das ist Teil des Spiels, also Augen zu und durch.

Jeder Winzer hatte bis zu drei Champagner sowie bis zu drei Grundweine des Jahrgangs 2018 im Gepäck. Diese zeigten sich wie erwartet qualitativ eher mild in der Säure und eher horizontal als vertikal, grundsätzlich jedoch auf gutem Niveau. Nicht unbedingt der charaktervollste Jahrgang, aber sicher ein sehr guter Bestandteil für die Assemblage.

Viele der Winzer haben aktuell ihre Champagner auf Basis der Ernte 2015 in Verkauf, die natürlich nicht als Vintage deklariert sind, weil sie nicht die geforderten drei Jahre Flaschenreifung aufweisen. Ein generöser, fruchtbetonter Jahrgang, der aufgrund seiner Reife und moderaten Säure auch so manchem Brut Nature einen fruchtsüßen Schmelz verleiht. Nicht unähnlich dem Jahrgang 2009, wenngleich die 2015er doch etwas mehr Potenzial besitzen dürften. Einige Highlights der Probe stammten aus der nicht gerade unkomplizierten Ernte 2013: ein mineralischer, rassiger, vertikaler Jahrgang, wenn es gelang gesunde Trauben zu ernten. Nicht annähernd so groß wie 2008, aber doch ein guter Nachfolger für alle, die es straff und puristisch mögen.

Wie nicht anders zu erwarten, setzten die Stars der Bio-Szene die Glanzlichter der Probe: Vincent Laval (Champagne Georges Laval), Pascal Doquet, Olivier Horiot, Benoit Marguet und Bertrand & Hélène Gautherot (Champagne Vouette & Sorbée). Immer besser werden Sébastien Mouzon aus Verzy mit großer Präzision und geballter Mineralität, Philippe Lancelot aus Cramant (Chouilly „Fond du bateau“ 2015!), Benoît Déhu mit einem exzellenten Meunier „La Rue des Noyers“ (Ernte 2015) und Leclerc Briant. Unter Leitung von Frédéric Zeimett werden von dem kleinen Handelshaus inzwischen die Erträge von 30 Hektar verarbeitet, inklusive der 14 Hektar Eigenfläche. Sein La Croisette Brut Nature 2014 (100 % Chardonnay) von einem 40-jährigen Weinberg, der nie Pestizide gesehen hat, gehörte zu den Highlights der Probe.

Von den Newcomern machten besonders Jérôme Bourgeois (Champagne Bourgeois-Diaz) mit seinem Menuier M Brut Nature (Ernte 2015) mit attraktiver, eher maskuliner Würze nebst gelber Frucht, Cyril Bonnet (Champagne Bonnet-Ponson) mit dem Seconde Nature (Ernte 2016) sowie Aurélie & Loïc Barrat (Champagne Barrat-Masson) mit ihrem rassigen, zitrusfruchtigen und mineralischen Chardonnay Les Margannes (Ernte 2013) auf sich aufmerksam.

Sascha Speicher

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