Giesinger eröffnet WERK2

Mittwoch, 3. Juni 2020 - 15:30
Hersteller
Bier
Zum Wohl: Dieter Reiter, Oberbürgermeister Stadt München (v.l.), Steffen Marx, Gründer und Geschäftsführer Giesinger Bräu, Simon Roßmann, technischer Leiter Giesinger Bräu und Stefan Wiegand, Geschäftsführer Region Süd Aurelis, in der neuen Vollgut-Halle. Foto: Giesinger Bräu/Sebastian Gabriel

Nach rund 18 Monaten Bauzeit hat Giesinger Bräu, Münchens zweitgrößte Privatbrauerei, heute ihren neuen Brauerei-Standort „WERK2“ in München-Milbertshofen eröffnet. Insgesamt wurden hier rund 20 Millionen Euro investiert, davon mehr als zehn Millionen Euro in die Brauerei- und Abfüllanlage. Im WERK2 können in der ersten Ausbaustufe mehr als 20.000 hl Bier pro Jahr produziert werden; hergestellt wird dort vor allem die „Giesinger Erhellung“. Der erste offizielle Sud wurde am heutigen Mittwoch unter den Augen von Oberbürgermeister Dieter Reiter und Medienvertretern abgefüllt. Neben Sudhaus und Abfüllanlage gehören auch ein Vollgut- bzw. Leergut-Lager, eine Mälzerei, ein Tiefbrunnen, ein Labor, eine Abholmöglichkeit („Rampe2“) sowie ein Veranstaltungsraum zum neuen Standort.

Das WERK2 erfüllt modernste Anforderungen an Energieeffizienz und entspricht damit der Philosophie von Giesinger Bräu besonders ressourcenschonend zu arbeiten, wie der Gründer und Geschäftsführer der Giesinger Biermanufaktur & Spezialitäten Braugesellschaft mbH, Steffen Marx, betont: „Wir sehen das Brauereiwesen in seinem Kern als naturnahes und verantwortungsvolles Gewerk an. Diesem Anspruch verpflichten wir uns bei der Herstellung und wollen nur die besten Zutaten aus der Region verarbeiten und mit ökologischem Bewusstsein produzieren.“

Während im Stammhaus in der Martin-Luther-Straße künftig alle Spezialitäten- und Craftbiere gebraut werden, produziert Giesinger Bräu im WERK2 mit seinen zehn Lagertanks (Fassungsvermögen jeweils: 300 hl) vor allem die „Giesinger Erhellung“ und weitere untergärige Biere (z.B. Dunkel und Märzen). Neben der Brauanlage sind die moderne, fast vollständig automatisierte Abfüllanlage (10.000 Flaschen pro Stunde) und der Tiefbrunnen Highlights am neuen Standort in der Detmoldstraße. Mit dem Tiefbrunnen, der Ende 2019 in Betrieb genommen werden konnte, fördert Giesinger Münchner Wasser (Alter: rund 7.000 Jahre) aus mehr als 150 Metern Tiefe. Der Tiefbrunnen ist eines der wichtigsten Kriterien, um als „Münchner Bier“ zu gelten. Im Veranstaltungsraum finden künftig Brauereiführungen, Firmenevents und private Feste mit einer Anzahl bis maximal 199 Personen statt. Über die „Rampe2“ kann – wie schon in der Martin-Luther-Straße – auch im WERK2 Bier direkt mitgenommen werden. Wie das Stammhaus, so soll auch das WERK2 eine Brauerei zum Anfassen werden: „Wir wollen in jedem Fall den Fans vom Giesinger Bräu die Möglichkeit geben, die neue Brauerei anzuschauen und den Prozess der Herstellung nachzuvollziehen“, erklärt Marx.

Die Finanzierung der Anlage stemmte Giesinger aus Eigenmitteln und Fremdkapital. Zudem wurde eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne im Dezember 2019 abgeschlossen, bei der rund 3,5 Millionen Euro von fast 2.600 Investoren eingesammelt wurden. Mit dem neuen Werk, dass Giesinger langfristig pachtet, vergrößert sich die jährliche  Produktionsmenge von bisher rund 12.000 hl auf mehr als 30.000 hl pro Jahr. Das Unternehmen strebt mittelfristig einen Marktanteil von 1-1,5 Prozent in München und Umgebung an. „Wir werden unsere Vertriebsbemühungen in Richtung Gastronomie und Einzelhandel verstärken. Nun können wir auch die höheren Anforderungen bedienen, die der Einzelhandel an verfügbaren Volumina fordert“, so Steffen Marx. Mit dem neuen Standort beschäftigt die 2006 gegründete Brauerei inklusive Gastronomie jetzt insgesamt knapp 70 Mitarbeiter, darunter sechs Lehrlinge.

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