Ausgabe 03/2019

Freitag, 21. Juni 2019 - 8:00

Ein Fest

Meiningers CRAFT 3/19

Gut 1.200 Biere sind beim diesjährigen Meininger’s International Craft Beer Award angetreten, um sich von Experten unter die Lupe nehmen zu lassen. Biere von 250 Brauereien aus der ganzen Welt. Dass mehr als ein Drittel der Biere von internationaler Herkunft waren, spricht für das Renommee, das der Wettbewerb in seinem sechsten Jahr genießt. Fast feierlich mutete die Stimmung im Neustadter Saalbau an, als die Biere den prüfenden Blicken, den erfahrenen Nasen und Gaumen der Verkoster ausgesetzt waren. Nur die Besten haben bestanden und dürfen sich über Platin, Gold und Silber freuen oder über eine Auszeichnung als bestes Bier ihrer Kategorie.

Mit Medaillen des Awards schmücken dürfen sich auch wieder Biere der Rügener Insel-Brauerei von Markus Berberich. Ihm haben wir den Titel dieser Ausgabe gewidmet. Weil wir finden, dass er wirklich Bemerkenswertes tut, dort oben im Norden. Seltene Biere nennt er seine Kreationen, die in drei Schritten vergären und zuletzt in der Flasche reifen, die in Naturpapier eingewickelt sind und aussehen wie Geschenke. Wie es den gebürtigen Saarländer an die Ostsee verschlagen hat und warum er seine Biere so und nicht anders braut und verpackt, lest ihr ab Seite 18.

Unkonventionell sind auch jene Brauer unterwegs, die auf wilde Hefen setzen. Ja genau, auf Brettanomyces & Co! Mit ihren häufig spontan vergorenen Bieren setzen sie gerade einen neuen Trend. Auf einen Zug, der indes schon eine Weile an Fahrt aufgenommen hat, springen immer mehr Brauer auf. Wer Biere in Bio-Qualität brauen will, hat hehre Ziele und muss einige Mühe auf sich nehmen. Wir finden, Das lohnt sich!

Eure Marika Schiller
Chefredakteurin Meiningers CRAFT
schiller@meininger.de

Inhalte dieser Ausgabe

S. 18 TITEL_MARKUS BERBERICH
Der Grenzgänger

2015 eröffnet Markus Berberich die Insel-Brauerei auf Rügen als reine Spezialitätenbrauerei. Setzt auf Naturhopfen, Flaschenreifung, offene Gärung und eine Optik, die seine Produkte von allen anderen im Markt abhebt. Setzt auf Bilderwelten, Authentizität und Einzigartigkeit. Er braut seltene Biere für besondere Momente. Und trifft den Zeitgeist.

S. 26 SZENE_KULMBACHER
Hier sollst du sein

Hier hat es keine Craftbier-Revolution gebraucht. In Franken, in der Region mit der größten Brauerei-
dichte Deutschlands, waren Tradition, Handwerks-
kunst und Vielfalt immer lebendig. Auch in Kulmbach begegnet man dem Thema Bier auf jedem Schritt. Und man begegnet Menschen, die mit Bier zu tun haben. Vielmehr, die es lieben. Ein Besuch.

S. 36 SZENE_BOLOGNA
Salute, Bologna!

„La Grassa“ – die Fette – wird Bologna liebevoll wegen ihres guten, gehaltvollen Essens genannt. Aber auch „La Dotta“ – die Gelehrte – weil sie eine berühmte Uni hat und „La Rossa“ – wegen ihrer vielen roten Dächer. Die Stadt im Norden Italiens verfügt aber auch über eine quirligen Bierszene, die sich an internationalen Trends und der Genussfreude ihrer Landsleute orientiert.

S. 58 TREND_BIO-BIER
Alles Bio, oder was?

Bio-Brot, Bio-Käse, Bio-Wurst. Der Trend zu ökologisch produzierten Lebensmitteln reißt nicht ab und hat auch die Bierbranche erfasst. Immer mehr Brauereien führen Biere mit einem Bio-Siegel. Manche sind sogar als reine Bio-Brauerei zertifiziert. Lohnt sich Bio beim Bier? Bürgt nicht schon das Reinheitsgebot für gute Qualität? Wir haben uns in der Branche umgehört.

S. 72 MARKEN_ARCOBRÄU
Blaues Blut

Von Krisen geschüttelt, steht es um die Brauerei Arcobräu aus dem niederbayerischen Moos lange schlecht. Bis ein neuer Brauereidirektor mit unkonventionellen Ideen frischen Wind in die ehrwürdigen Gemäuer bringt und eine Ära des Erfolgs einläutet. Mit der „Mooser Liesl“, einem Hellen in der Euroflasche, ist dem Gräflichen Brauhaus 2015 ein Coup gelungen.