Ausgabe 02/2020

Freitag, 28. Februar 2020 - 8:00

Immer weiter!

Meiningers CRAFT 2/20

Bier ist Kultur. Und Bier ist Kunst. Jawoll! Wer vor wenigen Wochen die Braukunst Live! in München besucht hat, der durfte genau das erfahren. Durfte wunderbare Biere von großartigen Brauern verkosten, durfte schwelgen und sinnieren. Und diesen Genuss teilen. Gewiss, Veranstaltungen dieser Art gibt es längst in der ganzen Republik. Doch ist dieses Museum mit seinen Gleisen und alten Straßenbahnen von ganz eigenem Charme und Charakter. Einem solchen, der zum Handwerk passt. Wo sich Menschen wohlfühlen, die ein Faible für Produkte haben, die mit Herz entstehen, die handgemacht sind. Diese erste Braukunst Live! unter neuer Führung hat gezeigt, dass das Konzept passt. Aber auch, dass hier noch ganz viel Luft ist – für neue Ideen und Impulse. Wir packen's an!

Dass wir gerne neu denken und immer ein Stück weiter, zeigen die neuen Formate, die wir mit dieser Ausgabe einführen. Und die in Serie gehen sollen. Freut euch also künftig auf ein Regio-Special, das sich der Biertradition einer Region Deutschlands widmet, das zurückschaut und nach vorne. Das aufzeigt, wer sich dort dem Bier mit Leib und Seele verschrieben hat. Wir starten mit dem Ruhrgebiet. Freut euch auf ein Sorten-Thema, das jeweils einen Biertsil unter die Lupe nimmt – los geht's mit Land- und Kellerbieren. Und traut euch endlich an die Kessel: In einer sechsteiligen Serie zeigen wir euch, dass das Brauen zwar eine Kunst, aber kein Hexenwerk ist. Brew it yourself!

Ansonsten bleiben wir uns natürlich treu. Wir haben interessante, aktuelle Themen aufgespürt, sind dabei spannenden Leuten begegnet und haben einmal mehr festgestellt: Rund um den Erdball begeistert dieses uralte Handwerk. Es bringt Menschen zusammen – gleich welcher Herkunft, gleich welcher Bildung und Religion. Was gibt es Schöneres

Eure

Marika Schiller
Chefredakteurin Meiningers CRAFT
schiller@meininger.de

Inhalte dieser Ausgabe

S.24_SZENE_SEOUL
Hip Hop in Seoul

Bier hat in Korea keine lange Geschichte. Die erste Brauerei entstand erst Anfang des 20. Jahrhunderts. Nun aber hat Craftbier die Szeneviertel von Südkoreas Hauptstadt Seoul in atemberaubender Geschwindigkeit erobert – und genießt besonders unter jungen Frauen große Popularität. 

S.32_MACHER_MICHAEL WEISS
Der Gestalter

Nah dran an: Michael Weiß. Es ist die Kunst, die seine Augen schulte und Sinne schärfte. Die ihn lehrte, mehr zu sehen als das Offenbare. Die ihn für das Fremde interessierte, das Unverständliche. Michael Weiß, Geschäftsführer der Meckatzer Löwenbräu und Mäzen, fühlt sich wie die Künstler, die er im Allgäu fördert, der Idee verpflichtet, Heimat zu gestalten

S. 36_SZENE_RUHRGEBIET
Neues Bier fürs Revier

Einst war das Ruhrgebiet einer der wichtigsten Industriestandorte Deutschlands und Dortmund die größte Bierstadt Europas. Mit dem Niedergang von Bergbau und Stahlindustrie ist auch die Braubranche in eine tiefe Krise geraten. Seit einigen Jahren blüht die Bierkultur wieder auf. Große und traditionelle Brauereien, aber auch Craftbrauer und Veranstalter sorgen für eine quirlige und spannende Szene.

S. 47_MARKEN_ANTIRAKETE ARTBREWING
Protest!

Willkommen im Jahr 2020! Wir feiern ein Jahrzehnt Craftbier in Deutschland! Ein guter Zeitpunkt, um der alten Mission von „mutigen, geschmacksstarken Bieren“ frischen Antrieb zu verleihen. Der Zusammenschluss von zwei jungen Craftbrauern setzt das Signal zum Aufbruch: Atelier der Braukünste und Blech.Brut fusionieren zu Antirakete Artbrewing.

S. 47_WISSEN_CRAFTBIER-GLÄSER
„Einen Allrounder gibt es nicht“

Vor zehn Jahren wurde der Teku Pokal von Rastal erstmals auf der BrauBeviale in Nürnberg präsentiert. Heute ist er nicht nur der Klassiker unter den Verkostungsgläsern für Bier, er hat auch Nachahmer gefunden und der Markt ist mit zahlreichen Varianten unterschiedlicher Hersteller gut bestückt. Ein Gespräch mit Carsten Kehrein, Chefdesigner bei Rastal

S. 88_MARKEN_WALDHAUS
Taufrisch

Spielmacher, Spielführer und Spieler. Was nach Sport klingt, meint bei Waldhaus Teamgeist, der bei der Brauerei im Schwarzwald zu den Unternehmensprinzipien gehört. So schreibt Dieter Schmid den Erfolg seiner Biere vor allem dem Engagement seiner Mitarbeiter zu. Und nicht zuletzt der Tatsache, konsequent auf frischen Hopfen zu setzen.