#6 Julia Wesseloh

Ausgabe: 
03
2020
Dienstag, 28. Juli 2020 - 12:15

Teil 6 unserer Serie „Frauen & Bier“ aus der aktuellen CRAFT 3/20: Julia Wesseloh; Foto: Julia SchwendnerTeil 6 unserer Serie „Frauen & Bier“ aus der aktuellen CRAFT 3/20: Julia Wesseloh; Foto: Julia Schwendner

 

Die Bierbranche wird zwar von Männern dominiert. Aber es gibt auch längst erfolgreiche Frauen im Bier-Business. Nicht alle stehen im Rampenlicht, auf der Bühne, die sie gewiss verdienen.  Und so sagen wir: Spot an! Sieben Frauen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise und mit großer Leidenschaft dem Thema Bier verschrieben haben.

Text: Regine Marxen

 

JULIA WESSELOH
Marketing und Vertrieb, Kehrwieder Kreativbrauerei Hamburg

Julia Wesseloh (45) ist Journalistin, lebte in der Karibik, in Südamerika und in den USA und arbeitete als Fotografin und Autorin. Nach der Rückkehr in ihre Heimatstadt Hamburg gab sie ihre Freiberuflichkeit auf, um gemeinsam mit ihrem Mann Oliver Wesseloh die Kehrwieder Kreativbrauerei aufzubauen. Heute verantwortet die zweifache Mutter das Marketing und den Vertrieb der Brauerei.

Julia, wie bist du zum Bier gekommen?
Ich habe schon immer gerne Bier getrunken. Früher war es das norddeutsche Pils, während des Studiums in Heidelberg am liebsten Tannenzäpfle. Die Liebe zum Bier war also schon da, bevor ich den Brauer fürs Leben kennengelernt habe. Gemeinsam haben wir dann an traumhaften Orten dieser Welt gelebt und die unglaubliche Geschmacksvielfalt des Bieres kennen- und lieben gelernt.

Was schätzt du am meisten an diesem Getränk?
Es schmeckt mir einfach. Es ist Genuss, es ist Vielfalt. Es gibt das „Muss-man-immer-im- Kühlschrank-haben-Bier“, das Sommerbier, das Bier für kalte Temperaturen, das Bier zum Fisch, das Bier zum Nachtisch, das Bier zum Salat, das Bier zum Feiern, das Bier für den Abend zu zweit. Es gibt für jede Situation, für jede Speise das passende Bier. Das ist doch traumhaft.

Hamburg und Bier – wie würdest du die Beziehung beschreiben?
Es ist auf jeden Fall eine spannende Liebesbeziehung. Als wir uns 2011 entschieden haben, wiederzukehren, um die Brauerei in unserem Heimathafen aufzubauen, war in Hamburg biertechnisch nicht viel los. Heute haben wir eine lebendige BierSzene. Es ist noch Luft nach oben, aber wie wir die Stadt alle gemeinsam in einem doch begrenzten Zeitraum biertechnisch verändert haben, begeistert mich im Rückblick immer wieder.

Was motiviert dich, in dieser Branche zu arbeiten?
Der Zusammenhalt, die Begeisterung, die Vielfalt und die Möglichkeit, etwas Eigenes gestalten und aufbauen zu können.

Haben Frauen es schwerer in der Bierbranche als Männer?
Die gesamte Getränkebranche ist ja eher männerdominiert. Aber mich packt da eher der Ehrgeiz und ich sehe das als Chance/ Herausforderung, ein bisschen Abwechslung „in die Bude“ zu bringen und bisher kann ich mich nicht beschweren.

 

Die Autorin
Regine Marxen gehört zu den umtriebigen Frauen in der Bierbranche. Die freie Journalistin und Beerkeeperin schreibt nicht nur über Bier, sie spricht auch darüber: Die Hamburgerin ist einer der beiden Co-Founder des Interview-Bierpodcasts HHopcast, der seit 2017 Brauer, Bierverlage und Bierfans zu Wort kommen lässt.
www.hhopcast.de

 

 

Foto: Andrea Lang

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