#3 Sophia Wenzel

Ausgabe: 
03
2020
Dienstag, 7. Juli 2020 - 12:15

Teil 3 unserer Serie „Frauen & Bier“ aus der aktuellen CRAFT 3/20: Sophia Wenzel; Foto: Anatol Kotte
Teil 3 unserer Serie „Frauen & Bier“ aus der aktuellen CRAFT 3/20: Sophia Wenzel; Foto: Anatol Kotte

 

Die Bierbranche wird zwar von Männern dominiert. Aber es gibt auch längst erfolgreiche Frauen im Bier-Business. Nicht alle stehen im Rampenlicht, auf der Bühne, die sie gewiss verdienen.  Und so sagen wir: Spot an! Sieben Frauen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise und mit großer Leidenschaft dem Thema Bier verschrieben haben.

Text: Regine Marxen

 

SOPHIA WENZEL
selbstständige Biersommelière und hauptberufliche Biertrinkerin

Sophia Wenzel begleitet als Biersommelière den Werdegang der Hamburger CraftbierSzene schon seit ihrer frühen Phase. Inzwischen ist die nach eigener Aussage „norddeutsche Biersommelelière über 30“ freiberuflich im Bier-Business unterwegs, moderiert Veranstaltungen, kuratiert Biere und vernetzt die Szene.

Sophia, wie bist du im Bier-Business gelandet?
Nach meiner Ausbildung zur Restaurantfachfrau habe ich in der Bullerei schon seit der Eröffnung gearbeitet. Als das Braugasthaus Altes Mädchen in den Hamburger Schanzenhöfen eröffnete, habe ich meinen Biersommerlier bei Doemens gemacht. Das Bier hat mich also irgendwie gefunden. Craftbier war zu dieser Zeit noch relativ unbekannt in Deutschland und mit der wachsenden Szene bin auch ich immer mehr gewachsen, bis ich mich schließlich selbstständig gemacht habe.

Was schätzt du am meisten an diesem Getränk?
Die Vielfalt der Biere und das wirklich jeder eine Verbindung zu diesem wunderbaren Getränk hat, egal ob Craftbier-Fan oder Feierabendbiertrinker.

Sophia und das Bier – wie würdest du die Beziehung beschreiben?
Wir sind sehr gute Freunde! Manchmal mit Benefits.

Du bist zu einem frühen Zeitpunkt ins BierBusiness in Hamburg eingestiegen. Wie nimmst du die Entwicklung der Branche wahr?
Die Branche ist härter geworden. Der erste Aufschwung und dieser fast „romantische Traum“ von einer unbeschwerten kleinen Craftbier-Brauerei ist bei vielen leider nicht wahr geworden. Es steckt sehr viel Arbeit hinter einem tollen Bier und der nach wie vor extreme Preiskampf macht es den Herstellern wirklich schwer. Auch haben sich die „Hardcore“-Fans weiterentwickelt und schon fast jede Kreation an Gerstensaft probiert. Ich denke, dass wir gerade jetzt an die nach wie vor viel zu kleine Gruppe der „nicht so oft“, „ab und zu“ oder „mal zum Grillen“ Biertrinker ranmüssen und mit trinkbaren und vor allem dauerhaft verfügbaren Bieren überzeugen sollten.

Haben Frauen es schwerer in der Bierbranche als Männer?
Grundsätzlich denke ich, dass es immer mal wieder Vorurteile gegen Frauen, Menschen anderer Herkunft oder ähnliches gibt. Leider. Im Craftbier-Bereich finde ich aber, dass die meisten doch sehr respektvoll miteinander umgehen und keine und keiner ausgegrenzt wird. Und seien wir mal ehrlich – A****löcher gibt es überall.

 

Die Autorin
Regine Marxen gehört zu den umtriebigen Frauen in der Bierbranche. Die freie Journalistin und Beerkeeperin schreibt nicht nur über Bier, sie spricht auch darüber: Die Hamburgerin ist einer der beiden Co-Founder des Interview-Bierpodcasts HHopcast, der seit 2017 Brauer, Bierverlage und Bierfans zu Wort kommen lässt.
www.hhopcast.de

 

 

Foto: Andrea Lang

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