Weniger Bier, mehr Vielfalt

Freitag, 19. Januar 2018 - 10:45
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Bier
2017 ist der Bierabsatz zwar insgesamt rückläufig gewesen, gleichzeitig steigt aber die Biervielfalt (Foto: elnariz - Fotolia).

Weniger Bier, mehr Vielfalt – so fällt die vorläufige Bilanz des Deutschen Brauer-Bundes (DBB) für das vergangene Jahr aus. 2017 haben die deutschen Brauereien insgesamt 94 Mio. hl Bier abgesetzt, zwei Mio. weniger als 2016. Wesentlich verantwortlich für den gesunkenen Absatz sei das durchwachsene Wetter, insbesondere während des Sommers, gewesen. Und auch der Export deutscher Biere, der in den letzten Jahren wichtige Impulse gesetzt habe, sei im vergangenen Jahr ebenfalls rückläufig gewesen.

Gleichwohl blickt der DBB optimistisch in die Zukunft: „Die Zahl der Brauereien in Deutschland und die Vielfalt der Biere wird in den kommenden Jahren weiterwachsen, auch dank der Craft-Bewegung“, sagt Dr. Jörg Lehmann, Präsident des DBB. Mit mehr als 6.000 Biermarken haben die deutschen Verbraucher mehr Auswahl denn je. Insbesondere seien die alkoholfreien Biere ein weiterer wichtiger Impulsgeber, heißt es. Sie erreichen mittlerweile einen Anteil von sechs Prozent, mit steigender Tendenz. Besonders die alkoholfreien Biermischgetränke konnten im vergangenen Jahr deutlich zulegen.

Mit einem Marktanteil von 50 Prozent ist Pils nach wie vor die beliebteste Biersorte der Deutschen. Weizenbiere liegen bei sieben Prozent, gefolgt von Export und Hell mit ca. sechs Prozent. Daneben steigt seit einigen Jahren die Nachfrage nach traditionellen regionalen Bierspezialitäten, wie unfiltrierten Keller-, Land- und Zwickelbieren. Beim Blick auf die im Handel erhältlichen Gebinde zeigt sich, dass Glas-Mehrweg mit einem Anteil von 80 Prozent dominiert. PET-Flaschen kommen auf knapp zehn und Dosen auf fünf Prozent.

Für das zurückliegende Jahr nannte DBB-Hauptgeschäftsführer Holger Eichele insbesondere gestiegene Produktionskosten, die Folgen des demografischen Wandels und einen harten Wettbewerbsdruck als Herausforderungen für die Branche. „Daneben gibt es neue Herausforderungen wie die Digitalisierung, denen sich die Braubranche zu stellen hat“, erläutert Eichele weiter.

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