Streit ums Bio-Siegel geht weiter

Donnerstag, 7. Februar 2019 - 16:30
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SGS Institut Fresenius hat heute öffentlich die Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V. abgemahnt. (Foto: strichfiguren.de/Fotolia.com)

SGS Institut Fresenius hat die Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V. abgemahnt, nachdem der Verein das Institut Ende Dezember letzten Jahres verklagte.

Der Vorwurf seitens der Qualitätsgemeinschaft: Das Qualitätssiegel „Premiummineralwasser in Bio-Qualität“ des SGS Institut Fresenius sei ein Schein-Bio-Siegel. Auf diesen Vorwurf hat Fresenius nun reagiert und seinerseits eine Abmahnung formuliert. Die veröffentlichten Texte der Qualitätsgemeinschaft enthielten nach Angaben von Fresenius „unwahre Behauptungen in Bezug auf den Zertifizierungsprozess und den Anforderungskatalog bei der Begutachtung von Mineralwässern mit Bio-Qualität“. Damit verstoße der Verein nach Ansicht von SGS Institut Fresenius gegen den lauteren Wettbewerb.

Auf die im Dezember öffentliche Klage der Qualitätsgemeinschaft reagierte Fresenius vor einigen Wochen wiederum mit einem öffentlichen Brief an Dr. Franz Ehrnsperger, dem Vorsitzenden der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser, in dem Ehrnsperger zu einem persönlichen Gespräch ins Fresenius-Labor eingeladen wurde. Dieser Einladung folgte der Vereinsvorsitzende zunächst nicht.

Auf Nachfrage der GETRÄNKE ZEITUNG bestätigte SGS Institut Fresenius heute, dass mittlerweile ein Treffen stattgefunden habe. Dies sei jedoch „nicht sonderlich kooperativ“ gewesen. Die Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser, vertreten durch Herrn Ehrnsperger, sei nicht an einem fachlichen Austausch interessiert gewesen, heißt es seitens des Instituts. Die Qualitätsgemeinschaft strebe offenbar einen Gerichtsprozess an, woraufhin SGS Institut Fresenius nun mit der Abmahnung reagierte, um „den eigenen Standpunkt klarzumachen“.

Um den Vorwürfen der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser zu widersprechen, rechtfertigt sich Fresenius in der heute öffentlich gemachten Abmahnung wie folgt: „Das Qualitätssiegel mit der Auszeichnung ‚Premiummineralwasser mit Bio-Qualität‘ tragen ausschließlich Produkte, die die strengen gesetzlichen Vorgaben an natürliches Mineralwasser übertreffen. Die prämierten Mineralwässer müssen deutlich strengere Anforderungen erfüllen und häufigere Kontrollen durchlaufen als es die Mineral- und Tafelwasserverordnung (MTVO) vorsieht. Darüber hinaus wird der abfüllende Betrieb in Hinblick auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz intensiv anhand eines selbst entwickelten Standards geprüft. Damit entspricht das Prüfprogramm von SGS Institut Fresenius vollumfänglich den Anforderungen, die der Bundesgerichtshof in seinem Urteil 2012 an eine entsprechende Zertifizierung gestellt hat. Und mehr noch: Zudem erfolgen zusätzliche Prüfungen entlang aller Stufen der Wertschöpfungskette, die Einfluss auf die Qualität des Produktes haben.“

Fresenius betrachte die Vorwürfe in den genannten Pressemitteilungen der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V. zudem als substanzlos und wehrt sich mit der Abmahnung nun gegen die „ungerechtfertigten und in der Tendenz diffamierenden Anschuldigungen“.

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