Starker Gewinnrückgang bei Krones

Donnerstag, 19. März 2020 - 8:30
Hersteller
Technologie
Mit der Umsetzung der eingeleiteten strukturellen Maßnahmen komme Krones gut voran. Der Vorstand ist nach eigenen Angaben "zuversichtlich", dass sich die Maßnahmen 2020 weiter positiv auf das Ergebnis auswirken. (Foto: Krones)

Krones, einer der führenden Hersteller in der Verpackungs- und Abfülltechnik, hat den Geschäftsbericht für das Jahr 2019 veröffentlicht. Das Unternehmen blickt eigenen Angaben zufolge auf ein insgesamt "herausforderndes Jahr 2019" zurück.

So sei das Wachstumsziel von 3 Prozent trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Bedingungen erreicht worden. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent von 3.85 Milliarden Euro auf 3.95 Milliarden Euro zu. Laut Krones habe die Debatte um Kunststoffverpackungen den Konzernumsatz 2019 negativ beeinflusst. In der Kunststofftechnik, in der das Unternehmen Maschinen und Anlagen zum Abfüllen und Verpacken von PET-Behältern anbietet, seien die Erlöse insbesondere im ersten Halbjahr 2019 primär aufgrund der öffentlichen Debatte rund um das Thema Plastik gesunken, heißt es von Unternehmensseite. Dies konnte Krones durch Zuwächse in anderen Bereichen ausgleichen.

Strukturelle Maßnahmen mindern Ertragskraft

Die Ertragskraft von Krones blieb laut Unternehmen 2019 "hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück". Verantwortlich seien hierfür hauptsächlich hohe Personalkosten sowie Aufwendungen für Restrukturierung und Wertminderungen für Portfoliooptimierungen gewesen. Darüber hinaus habe sich der Produktmix negativ auf die Ertragskraft ausgewirkt. Der angekündigte massive Gewinneinbruch hat sich bestätigt: Das Ergebnis vor Steuern (EBT) ging laut Konzern 2019 im Vergleich zum Vorjahr von 204,3 Millionen Euro auf 41,7 Millionen Euro zurück. Die EBT-Marge verringerte sich von 5,3 Prozent auf 1,1 Prozent. Dabei sei zu berücksichtigen, dass Krones im vierten Quartal 2019 Rückstellungen (Verbindlichkeiten) und Wertberichtigungen von insgesamt rund 70 Millionen. Euro ertragswirksam verbuchte. Davon entfallen rund 3 Millionen Euro auf Aufwendungen und Rückstellungen für den Personalabbau im Jahr 2020. Auf bestimmte Technologien im Bereich Direktdruck, die Krones teilweise nicht weiterverfolgt, wurden Wertminderungen von rund 20 Millionen Euro vorgenommen. Zudem fielen Goodwill-Abschreibungen von rund 20 Millionen Euro an. Ohne diese Aufwendungen für strukturelle Maßnahmen lag die EBT-Marge 2019 bei 2,8 Prozent. "Damit hat Krones das im Juli 2019 angepasste Margenziel von rund 3 Prozent erreicht", sagt ein Konzernsprecher.

Die im zweiten Halbjahr eingeleiteten strukturellen Maßnahmen beim Ausbau des globalen Setups, bei der Reduktion der Mitarbeiter in Deutschland aufgrund veränderter Rahmenbedingungen und Einsparungen in den Materialkosten zeigten bereits im letzten Quartal erste positive Wirkungen.

Starker Ergebnisrückgang im Kernsegment von Krones

Das Kernsegment von Krones „Maschinen und Anlagen zur Produktabfüllung und -ausstattung“, das 82,5 Prozent zum Konzernumsatz beitrug, erwirtschaftete 2019 laut Krones ein EBT von 56,4 Millionen Euro (Vorjahr: 223,3 Mio. Euro). Die EBT-Marge verringerte sich damit von 7 Prozent auf 1,7 Prozent. Dabei sei zu beachten, so ein Sprecher, dass mit rund 60 Millionen Euro der Großteil der Aufwendungen für strukturelle Maßnahmen im Kernsegment anfielen.

Im Segment „Maschinen und Anlagen zur Getränkeproduktion/Prozesstechnik“ verbesserte sich nach Unternehmensangaben das EBT von minus 19 Millionen Euro im Vorjahr auf minus 14,7 Millionen Euro. Außerplanmäßige Wertminderungen und Aufwendungen für Restrukturierung belasteten das EBT dieses Segments mit rund 11 Millionen Euro.

Ausblick auf 2020 im Zeitalter von Corona

Auf Basis der gesamtwirtschaftlichen Aussichten und den Auswirkungen des Coronavirus mit den Erkenntnissen von Anfang März rechnet Krones für 2020 mit einem Konzernumsatz auf Vorjahresniveau und einer EBITDA-Marge von rund 6,7 bis 7,2 Prozent. Dies entspreche einer EBT-Marge von rund 3,2 bis 3,7 Prozent. Aufgrund der aktuellen weltweiten Dynamik rund um das Coronavirus in den letzten Tagen seien belastbare Aussagen zum Umsatz und Ergebnis 2020 aktuell nicht seriös einschätzbar.

 

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