Petcycle meldet durchwachsene Bilanz

Montag, 27. Januar 2020 - 13:30
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Ökobilanziell nähern sich Petcycle-Verpackungen mehr und mehr in Richtung Glas-Mehrweg: Die für 2020 geplante Anhebung der Rezyklatquote auf 75 Prozent soll die Position von Petcycle somit weiter stärken. (Foto: Petcycle)

Zum zwanzigsten Firmenjubiläum hätten die außergewöhnliche Witterung des Vorjahres, das zunehmende Plastik-Bashing und die fortschreitende Individualisierung von Markenverpackungen die Bilanz der Petcycle GmbH eingetrübt, heißt es laut einer Pressemitteilung des Unternehmens. Der Betreiber des Petcycle-Poolsystems für Getränkeverpackungen meldet für 2019 einen Absatzrückgang um 11,8 Prozent.

Das Kreislaufsystem für Mineralwasser und Erfrischungsgetränke wird in Deutschland von über 65 Getränkeherstellern für rund 150 Getränkemarken genutzt. Mit Mehrwegkästen und einmal befüllbaren PET-Flaschen sieht sich Petcycle als einer der Pioniere für die Kreislaufwirtschaft und nachhaltige PET-Wertstoffkreisläufe.

Gleichzeitig sei man im vergangenen Jahr bei der Verbesserung der Ökobilanz des Systems weiter nach vorne gekommen. Bei einer konstant hohen Recycling-Quote von 99,3 Prozent wurde der durchschnittliche Anteil an recyceltem PET in den Flaschen um 9,5 Prozent auf 61 Prozent gesteigert. In der gesamten Branche habe es 2019 ein Absatzrückgang von zirka 5 Prozent bei PET-Flaschen gegeben. Wobei recht starke regionale Unterschiede zu beobachten gewesen seien. „2019 war auch für uns ein schwieriges Jahr,“ sagt Hans Baxmeier, Geschäftsführer der Petcycle .

Diskussion um Plastik verunsichert Verbraucher, Handel und HerstellerGmbH.

„Wir haben uns gleich mit drei großen Themen auseinandersetzen müssen. Zum einen war der Supersommer 2019 eine absatztechnische Hürde, die fast nicht zu nehmen war. Dazu kamen die Plastikdiskussion und die Individualisierung von Getränkemarken über eigene, nicht poolfähige Getränkeverpackungen.“ Für die Branche als Ganzes sei die aktuelle, oftmals sehr unsachliche Diskussion über Kunststoffverpackungen und damit auch über PET-Flaschen beunruhigend. „Zum einen finden die sich insbesondere hinsichtlich Materialverbrauch und CO2-Reduktion stetig verbessernden Ökobilanzen von PET-Getränkeflaschen nur selten Beachtung", meint Hans Baxmeier. „Zum anderen sorgt die auch von Medien und Politik propagierte Formel „Plastik gleich Müll“ für eine zunehmende Verunsicherung der Verbraucher.“

Für die Getränkeindustrie sei PET laut Baxmeier ein Flaschenmaterial, das in geschlossenen Wertstoffkreisläufen alles andere sei als ein wegzuwerfender Restmüll. Die Branche und auch insbesondere Petcycle seien bezüglich Reyclingquoten und Nutzung von recyceltem Material heute schon vielfach weiter als die Politik es für die Zukunft fordert. Möglich wird dies durch die in Deutschland vorbildlichen Pfand-, Rücknahme- und Abrechnungssysteme.

„Wenn EU-Kommissare von Plastikverboten sprechen oder Frankreich rigorose Verbote ankündigt, stellen wir uns die Frage, warum nicht konstruktive Möglichkeiten diskutiert werden, wie zum Beispiel der Aufbau von Pfandsystemen wie in Deutschland“, ergänzt Hans Baxmeier „Die Politik sollte deutlich mehr Interesse am Schließen der Wertstoffkreisläufe auf dem Gebiet Abfallmanagement und Recycling zeigen. Denn hier wird tatsächlich effektiv gegen den Klimawandel gearbeitet, denn Recycling bedeutet auch immer Klimaschutz. So was gilt es zu fördern, anstatt immer nur Regulierungen oder Verbote zu diskutieren.“

Wie hoch der Anteil des Absatzverlusts durch Plastik-Bashing sei, könne Petcycle bislang nicht ermitteln. Aber es gebe deutlich erkennbare regionale Unterschiede. Der Süden Deutschlands scheine von der Plastikdiskussion stärker betroffen zu sein als der Norden und der Osten, Petcycle. 

Verhalten optimistischer Ausblick auf die Zukunft
Trotz Gegenwind schaut Hans Baxmeier eigenen Angaben zufolge optimistisch in die Zukunft: „Unser über 20 Jahre erfolgreich betriebenes Poolsystem hat neben seinen faktischen Convenience-Vorteilen für den Verbraucher und die gesamte Wertschöpfungskette eine immer wichtigere Entwicklungskonstante: Nachhaltigkeit. Ökobilanziell sind Petcycle-Verpackungen mittlerweile auf Augenhöhe mit Glas-Mehrweg und unsere für 2020 geplante Anhebung der Rezyklatquote auf 75 Prozent wird unsere Position weiter stärken. Dies gilt es in den kommenden Monaten als Gemeinschaft von 65 Getränkeherstellern in den Vordergrund zu stellen, um dem Konsumenten wieder ein sicheres Gefühl zu geben.“ //pip

 

 

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