Neues und Bewährtes

Mittwoch, 30. November 2011 - 12:00

Sie ist eine feste Größe für Aficionados und Händler: die - mittlerweile 13. - Interwhisky, die auch in diesem Jahr wieder am letzten Novemberwochenende in Frankfurt stattfand.

Die drangvolle Enge, die im Vergleich zu ähnlichen Veranstaltungen wie immer der relativ kleinen Ausstellungsfläche geschuldet war, lässt noch auf großes Interesse an allem, was mit dem bedeutendsten Getreidebrand zu tun hat, schließen. Wer sich auf die Suche nach neuen, alten Abfüllungen gemacht hatte, kam genauso auf seine Kosten wie die Fans von Whiskys aus Regionen, die normalerweise nicht so prädestiniert sind für diese Spirituosen wie die schottischen Highlands, die Speyside oder etwa Kentucky.
Eine Legende ist mittlerweile der oberbayerische "Slyrs" aus der gleichnamigen Brennerei am Schliersee. Während die Fangemeinde mit Spannung den ersten zehnjährigen erwartet, hat Destilliermeister Hans Kemenater schon mal einen Slyrs in Fassstärke (57,1 Volumenprozent) vorgestellt, der in Frankfurt besonders gut ankam. Bei der Beschaffung sollten sich die Fans des oberbayerischen Single Malts allerdings beeilen: Die Auflage ist streng limitiert und die Flasche kostet nur unwesentlich weniger als 100 Euro. Auch andere deutsche und die österreichischen Whiskybrenner waren würdig vertreten:
Lange erwartet und endlich zu haben: der drei Jahre alte Single Malt "Aureum" aus der renommierten Brennerei Ziegler in Freudenberg. Auch hier ist die Menge streng limitiert. Die Basis: Bio-Gerste.
Neues gab es auch beim Black-Forest Single Malt (Destillerie Kammer-Kirsch): Die neue Edition landet nach zweijähriger Lagerung im Ex-Sherry- im Glendronach-Fass.
Aus St. Nicolai in der Steiermark kommt die Destillerie Weutz, die für eine höchst unterschiedliche Whiskyrange bekannt ist: Ob die Fans des Bourbon-Aromas mit dem "Sugar Corn" oder die Liebhaber des klassischen Single Malts "St. Nikolaus" - bei den Steirern kommen sie alle auf ihre Kosten.
Leider nicht mit Stand, aber persönlich anwesend: Jasmin Haider, die Tochter des Gründers der J. Haider Brennerei, des ersten österreichischen Whiskybrenners. Sie hatte - extra für die GETRÄNKE ZEITUNG - einen Flachmann "Waldviertler Whisky" mit Rye Malt mitgebracht. Einer der bekanntesten Barkeeper Österreichs vergleicht ihn mit einem der berühmtesten aller Islay-Malts.
Neu von Beam Deutschland: der "Highland Park Earl Haakon" Fassstärke 54,9 Volumenprozent. Sein Name ist eine Hommage aus der nördlichsten schottischen Brennerei an den unmittelbaren Nachbarn Norwegen und den gleichnamigen Kronprinzen.
Borco hatte neben der Whyte & Mackay-Range einen besonderen Leckerbissen mit nach Frankfurt gebracht: einen auf 1.640 Flaschen limitierten und aufwendig verpackten 1966er (!) Loch Lomond. Eigentlich gibt es diesen edlen Tropfen gar nicht mehr, aber Masterdistiller und -blender Richard Paterson hat ihn nach dem 2007 gefundenen, tiefgefrorenen und ganz langsam aufgetauten Vorbild "nachgebaut" - das ist hervorragend gelungen. Der Whisky hat 47,3 Volumenprozent.
Ebenfalls eine limitierte Edition bietet das Bremer Spirituosen Contor. Vom "Big Peat" gibt es eine "Christmas Edition".
Bei Campari war Dennis Malcolm, Distillerymanager und Masterblender von Glen Grant: er stellte den aktuellen 16 y.o. persönlich vor.
Nach einem Jahr Pause auf der Interwhisky war Diageo mit den aktuellen Abfüllungen der Erfolgsrange "Classic Malts" wieder zurück. Am Stand konnten die neuen Special Releases 2011 verkostet werden.
Den quasi "letzten Stand" der aktuellen Single-Malt-Aktivitäten von Moët-Hennessy in Deutschland repräsentierten der Ardbeg Alligator und der Glenmorangie Finealta, der aktuellste (und fast ausverkaufte!) aus dem Sortiment "Privat Edition" des Chefs der "Whisky-Creation" Dr. Bill Lumsden.
Pernod Ricard präsentierte zum ersten Mal auf der Interwhisky die komplette Aberlour-Range mit dem vorläufigen Highlight, dem 18 y.o.
Mit zwei echten Krachern kam Schlumberger an den Main: dem einzigen Walliser "Penderyn" und dem Iren "Irishman" aus Water-ford. Natürlich war auch einer der besten Bourbons vor Ort dabei, der "Blanton’s aus Frankfort, der Hauptstadt Kentuckys.

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