Mehrweganteil auch 2017 weiter gesunken

Mittwoch, 18. September 2019 - 10:30
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Der  Mehrweganteil sinkt weiter. Eine Ausnahme bildet allein Bier, wo der Mehrweganteil bis heute noch bei knapp 82 Prozent liegt. (Foto: Pixabay)

Der Rückgang des Mehrweganteils bei Getränken setzt nach den jüngsten Auswertungen der Gesellschaft für Verpackungsmarkforschung für das Umweltbundesamt weiter fort. So wurden auch im Jahr 2017 nur rund 42 Prozent der Getränke in Mehrwegflaschen abgefüllt. Der Anteil von Mehrwegflaschen lag damit 0,5 Prozentpunkte unter dem Wert des Jahres 2016. Das zeigt die neueste Auswertung der Getränkeabfüllung in Deutschland des Umweltbundesamtes (UBA). Damit liegt der Mehrweganteil nach wie vor deutlich unter dem im Verpackungsgesetz vorgegebenen Ziel von 70 Prozent. Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA: „Kurze Transportwege und Mehrwegverpackungen sind wichtig, um Umweltbelastungen und Abfälle zu vermeiden. Dafür brauchen wir gut funktionierende Mehrwegsysteme. Alle Supermärkte und Verkaufsstellen von Getränken sollten möglichst viele Getränke in Mehrwegflaschen anbieten und so dazu beitragen, weniger Abfälle zu erzeugen.“ Die meisten Getränke werden mittlerweile in Einwegkunststoffflaschen abgefüllt: Der Marktanteil liegt bei etwa 52 Prozent. Dosen erreichten einen Marktanteil von circa 4 Prozent. Getränkekartons und Standbodenbeute l haben einen Anteil von etwa 1,5 Prozent. Einwegglasflaschen liegen in den pfandpflichtigen Getränkesegmenten bei deutlich unter einem Prozent.

Nur Bier wird hauptsächlich in Mehrwegflaschen gekauft

Der Anteil von Mehrweggetränkeverpackungen sei über die letzten Jahre kontinuierlich gesunken, so das UBA. 2010 lag er noch bei 48 Prozent. Da Getränkeverpackungen mehr als ein Viertel der deutschen Verpackungsabfälle ausmachen, würde ein höherer Mehrweganteil den Verpackungsabfall auch insgesamt deutlich reduzieren, erläutert das UBA. Aus Umweltschutzsicht sei daher Mehrweg der bessere Weg: Glasmehrwegflaschen könnten 50-mal und PET-Mehrwegflaschen 20-mal befüllt werden. Mehrwegflaschen aus der Region würden wegen geringer Transportemissionen aus Umweltschutzsicht am besten abschneiden. Sie vermeiden unnötige Abfälle und sparen Energie und Rohstoffe.

Maria Krautzberger: „Nicht alle Handelsunternehmen bieten Mehrwegflaschen an. Verbraucherinnen und Verbrauchern wird der Umweltschutz beim Einkauf so unnötig schwer gemacht." Je mehr Abfüller und Händler Mehrwegflaschen verwenden, desto besser funktioniere das Mehrwegsystem. Dies gehe am besten mit Mehrwegpoolflaschen, aus denen sich viele Abfüller bedienen können und die von jedem befüllt werden können, so Krautzberger. Das sei für die Umwelt besser als individuell gestaltete Flaschen- und Kästen, die nur ein Abfüller zurücknehme.

Eine Ausnahme bei den geringen Mehrweganteilen bildet allein Bier, wo der Mehrweganteil bis heute noch bei knapp 82 Prozent liegt. 2010 lag der Mehrweganteil noch bei gut 88 Prozent, was auf die gestiegene Nachfrage nach Bier in Dosen zurückzuführen ist. Nach vielen Jahren der Verluste ist der Verbrauch von Bier aus Getränkedosen seit 2011 wieder steigend. 2017 ist laut UBA ein Wachstum von 13,4 Prozent zu konstatieren. Das entspricht einem Volumen von 71,0 Mio. Liter. Der Marktanteil stieg um 1,1 Prozentpunkte auf 9 Prozent. Großdosen sind vor allem für den Export interessant und spielen auf dem deutschen Biermarkt mit 0,4  Prozent der Verpackungen nur eine geringe Rolle.

Der Bierabsatz in Einweg-Kunststoff-Flaschen wuchs bis 2015 kontinuierlich an, 2016 nahm der Verbrauch jedoch um 12 Millionen Liter (-2,1 Prozent) ab. 2017 ging das Volumen sogar um 10,8  Prozent zurück (59,7 Mio. Liter).

Der Marktanteil von Einweg-Glas-Flaschen ist mit 0,9 Prozent gering, so das UBA. Beachtlich sei dennoch, dass in einem rückläufigen Markt die Einweg-Glas-Flaschen um 1,8 Prozent wachsen konnten. Ursache hierfür sei vermutlich der Bedeutungszuwachs der importierten Craftbiere, heißt es seitens des UBA.

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