Lemonaid zeigt Lidl die gelbe Karte

Mittwoch, 12. September 2018 - 11:15
Hersteller

Der Hamburger Getränkehersteller Lemonaid macht dem Neckarsulmer Discounter Lidl schwere Plagiatsvorwürfe. So hat das Handelsunternehmen drei Sorten Limo in zum Verwechseln ähnlichen Geschmacksrichtungen und Flaschen auf den Markt gebracht. Mit dem Aussehen hören nach Ansicht von Lemonaid die Ähnlichkeiten aber auf. Die Lidl-Limo enthalte statt Bio- und Fairtrade-Zutaten künstliche Inhaltsstoffe und finanziert auch keine Sozialprojekte - ein klarer Fall von "Verbrauchertäuschung", klagt der Limo-Hersteller. 

Zum Hintergrund: Seit 2009 produziert Lemonaid aus dem Hamburger Stadtteil St. Pauli Getränke für die gute Sache: Limonaden und Eistees mit Zutaten aus biologischem Anbau und fairem Handel. Das Besondere: Mit jeder verkauften Flasche werden zusätzlich zur Fairtrade-Prämie Sozialprojekte in den Anbauregionen der Zutaten gefördert. Das minimalistische Design der Flaschen mache aus Sicht von Lemonaid die Drinks in den Kaffee-Vitrinen und Laden-Regalen "unverwechselbar". Bis nun Lidl mit einem täuschend ähnlich aussehenden Produkt auftrumpfte.

Lemonaid will das nicht kampflos hinnehmen. So schreibt Gründer Paul Bethke in einem offenen Brief an Lidl-Chef Jesper Hojer: "Mit der Kopie der Marke Lemonaid schmücken Sie sich mit unseren Werten. Sie täuschen Kunden, die mit dem Kauf einen sozialen Beitrag leisten wollen." Bethke schließt mit den Worten: "Was zu tun ist, sollte klar sein. Wir sind gespannt, ob unser Brief zu Maßnahmen Ihrerseits führt."

Zusätzlich zum offenen Brief baut der Fairtrade-Hersteller weiteren Druck auf seinen Social-Media-Kanälen auf. So zeigt Lemonaid die Unterschiede zwischen sozialem Original und Lidl-Kopie auf. Gleichzeitig appelliert der soziale Brausehersteller an Mitstreiter für eine faire Wirtschaft, Lidl unter dem Hashtag #lildklontdich mit Statements und Bildern des Originals die Meinung zu sagen.

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