Gastronomie: Staatlichen Hilfen fließen zu langsam

Montag, 7. Dezember 2020 - 17:15
Corona
Gastronomie
Die Auszahlung der kompletten November- und Dezemberhilfen sollen laut Dehoga wohl erst im Laufe des Januars 2021 erfolgen. (Foto: Pixabay)

Das notleidende Gastgewerbe wartet dringend auf die schnelle Auszahlung der zugesagten staatlichen Hilfen. Laut einer aktuellen Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga Bundesverband) haben 80,2 Prozent der Betriebe die Novemberhilfe beantragt. 74,8 Prozent der Betriebe haben allerdings noch nicht einmal Abschlagszahlungen erhalten. Verzweiflung und Existenzängste in Hotellerie und Gastronomie nehmen nach Angaben des Dehoga zu. 70,0 Prozent der gastgewerblichen Betriebe sehen sich aufgrund der erheblichen Umsatzverluste in ihrer Existenz gefährdet.

Inklusive Dezember hätten die meisten Restaurants und Hotels in diesem Jahr viereinhalb Monate komplett geschlossen gehabt „Unsere Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand“, erklärt Dehoga-Präsident Guido Zöllick. „Jeder Tag zählt.“ Die Umsatzverluste seit März 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beziffern die befragten Betriebe auf durchschnittlich 51,4 Prozent. Die hohen Kosten laufen indes weiter, heißt es.

Nur jeder vierte Betrieb kann Abschlagszahnlungen vermelden

Schnelle staatliche Unterstützung für die notleidenden Betriebe sei unverzichtbar. Laut den vorliegenden Umfrageergebnissen könne jedoch erst jeder vierte Betrieb (25,2 Prozent) den Eingang von Abschlagszahlungen auf die Novemberhilfe vermelden, und zwar in Höhe von durchschnittlich 7.614 Euro. Erschwerend hinzu komme, dass die Abschlagszahlungen zwar kleinen Unternehmen helfen, für mittlere und größere Unternehmen allerdings nicht ausreichen. „In der mittlerweile sechsten Lockdown-Woche sind die bislang gewährten Abschläge von maximal 10.000 Euro für viele Betriebe lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Zöllick und fordert eine deutliche Erhöhung der Abschlagszahlungen. „Wir unterstützen die Forderung der Bundesländer, die Abschlagszahlungen massiv auf bis zu 500.000 Euro aufzustocken.“ Ausreichende Abschlagszahlungen auf beantragte Hilfen seien umso wichtiger vor dem Hintergrund, dass mit der Auszahlung der kompletten Summen wohl erst ab Januar 2021 gerechnet werden könne. „Wenn unsere Betriebe ein Sonderopfer für die Allgemeinheit erbringen, dann müssen sie auch zeitnah, unbürokratisch und wirksam für die finanziellen Ausfälle entschädigt werden“, so Zöllick.

Verlängerung des Lockdowns verschärft die dramatische Lage

Die Verlängerung des Lockdowns verschärfe laut Dehoga die dramatische Lage der gastgewerblichen Unternehmer. 39,2 Prozent bewerten die Schließung ihrer Betriebe bis 10. Januar 2021 mit „katastrophal“, 23,5 Prozent mit „schlecht“. An der Blitzumfrage des DEHOGA Bundesverbandes zur wirtschaftlichen Lage im Gastgewerbe beteiligten sich in der Zeit vom 4. bis 6. Dezember 5.500 Betriebe. //pip

Anzeige