Fritz-Kola startet „Trink aus Glas“-Bewegung

Dienstag, 21. Januar 2020 - 21:15
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Alkoholfrei
Eine der im Rahmen der "Trink aus Glas"-Bewegung errichteten Plastikmüll-Installationen. (Foto: offenblen.de)

Das Hamburger Unternehmen Fritz-Kola hat am heutigen Dienstag die deutschlandweite Bewegung „Trink aus Glas“ initiiert. Das Ziel: Menschen dazu animieren, nur noch aus Glasflaschen zu trinken.

Mit der Bewegung „Trink aus Glas“ will Fritz-Kola einen Systemwandel in der Getränkeindustrie herbeiführen und zudem Menschen dazu animieren, nur noch aus Glasflaschen zu trinken – so selbstverständlich wie auf Plastiktüten zu verzichten. Das Hamburger Unternehmen will jedoch nicht nur den Endverbraucher erreichen, „sondern ebenso weitere Marktteilnehmer, den Handel, Abfüller und die Politik, um gemeinsam Verantwortung für ein nachhaltigeres Leben zu übernehmen“, wie Björn Knoop, seit Ende 2018 Nachhaltigkeitsexperte bei Fritz-Kola, während einer Presseveranstaltung am heutigen Dienstag in Hamburg erläuterte, an der auch die GETRÄNKE ZEITUNG teilnahm.

Fritz-Kola selbst setzt seit der Firmengründung vor 16 Jahren auf Glas-Mehrweg und ist von den Vorteilen des Gebindes überzeugt. Um den Menschen die Glasflasche wieder näher zu bringen, hat das Unternehmen in der Nacht von Montag, den 20. Januar, auf Dienstag, den 21. Januar, in verschiedenen deutschen Großstädten (Hamburg, Berlin, München, Stuttgart) Plastikmüll-Installationen aus Einwegplastik errichtet, die eine Überschwemmung mit Plastikmüll visualisieren und verdeutlichen sollen, dass Vermüllung ein akutes Problem ist.

Unterstützer der Bewegung

Einer, der dieses Problem bereits erkannt hat, ist Hans-Peter Kastner, Getränkehändler aus Stuttgart. Kastner stellte sein gesamtes Sortiment vor einem halben Jahr komplett auf Mehrweg um und verbannte damit alles Einwegplastik aus seinem Geschäft. Die Bewegung „Trink aus Glas“ unterstützt er daher sehr gerne, wie er während des Presseevents in Hamburg erzählte. Sein radikaler Verzicht auf Einwegplastik brachte ihm im vergangenen Jahr sogar ein Umsatzplus von 27 Prozent im Vergleich zum Jahr 2018 ein. „95 Prozent der Kunden sind uns treu geblieben und haben die Umstellung auf Mehrweg mitgemacht“, sagt der Händler stolz.

Kastner setzt zudem auf regionale Marken, denn „Umweltschutz fängt beim lokalen Einkaufen an“, und führt daher fast ausschließlich Produkte, die in Baden-Württemberg und Bayern hergestellt werden (98 Prozent des gesamten Sortiments). „Auch Fritz-Kola wäre trotz ihres Glas-Mehrwegsystems aus meinem Sortiment geflogen, würden sie nicht auf die dezentrale Abfüllung setzen“, fügt Kastner hinzu, der seine Fritz-Kola-Ware vom Abfüllstandort in Baden-Württemberg bezieht.

Neben dem Stuttgarter Getränkehändler unterstützt auch die Deutsche Umwelthilfe die von Fritz-Kola initiierte „Trink aus Glas“-Bewegung. Thomas Fischer, Leiter des Bereichs Kreislaufwirtschaft bei der DUH, der ebenfalls am Fritz-Kola-Presseevent teilnahm, spricht unter anderem das Thema Ökobilanzen an. So sind Glas-Mehrwegflaschen zwar deutlich schwerer und im Transport daher CO2-intensiver als PET-Einwegflaschen, sie sind jedoch auch bis zu 50 Mal wiederbefüllbar. „Die Wiederverwertbarkeit von Glas liegt zudem bei 100 Prozent“, betont er, wohingegen lediglich 34 Prozent einer PET-Einwegflasche wieder in den Kreislauf zurückkommen würden. Der Rest sei Downcycling und werde für Folienverpackungen, Non-Food-Flaschen oder Fasern verwendet.

Fischer gibt zudem zu bedenken, dass die von der Politik auferlegte Mehrwegquote stetig sinkt: „Solange die Discounter, die in Deutschland 52 Prozent Marktanteil haben, konsequent auf PET-Einweg setzen, wird die Mehrwegquote auch nicht wieder gesteigert werden können.“ Die Bewegung „Trink aus Glas“ sei daher ein erster wichtiger Schritt, um allen Akteuren die Relevanz und Vorteilhaftigkeit von Glas und damit von Mehrweg zu verdeutlichen.

Das langfristige Ziel der Bewegung „Trink aus Glas“, die seitens Fritz-Kola ganz bewusst als nationale Bewegung und nicht als Fritz-Kola-Kampagne betitelt wird (Björn Knoop), ist ein Getränkeregal, in dem nur noch Glasflaschen stehen, heißt es seitens Fritz-Kola. Sympathisanten können sich unter dem Hashtag #trinkausglas der Bewegung anschließen. Weitere Infos gibt es auf www.trink-aus-glas.de. // lk

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