Freie Brauer prangern einseitige Unterstützung der Regierung an

Dienstag, 10. November 2020 - 17:00
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Die freien Brauer fühlen sich durch den Staat im Stich gelassen. (Foto: Pixabay)

Die Freien Brauer, in dem 46 führende, unabhängige Familienbrauereien organisiert sind, richten sich mit einer deutlichen Forderung nach Finanzhilfen in einem offenen Brief an die Politik. Damit reiht sich der Verband in die Phalanx der Kritiker wie dem Deutschen Brauer-Bund, der schon Mitte September über die unzreichende Unterstützung seitens des Staates geklagt hatte.

Keine Hilfen für die mittelbar Betroffenen

Die mittelständischen Brauereien begrüßen darin die angekündigten Finanzmittel für die Gastronomie während des November-Lockdowns, prangern aber gleichzeitig an, dass diese Ankündigung nur für die Gastronomie, aber nicht die mittelbar Betroffenen, also die Brauerei-Partner der Gastwirte und Barchefs, gelten. Die Freien Brauer fühlen sich nach eigenen Angaben von der Politik vergessen und appellieren, nicht nur das erste Glied der Lieferkette zu berücksichtigen. Gerade mittelständische Familienbrauereien, die zur Wertegemeinschaft gehören, seien überdurchschnittlich partnerschaftlich in der Gastronomie engagiert, und bildeten zusammen mit dem Getränkefachgroßhandel ein wichtiges Rückgrat der Gastronomie, heißt es in dem offenen Brief.

Staatliche Hilfen sollen auf alle Lieferpartner ausgedehnt werden

"Wir fordern politische Entscheider auf nationaler Ebene auf, die Entscheidung bezüglich der wirtschaftlichen Unterstützung auf alle Lieferpartner der Gastronomie völlig unabhängig vom Geschäftsanteil gastronomischer Umsätze auszudehnen und somit allen Brauereien für ihren Gastronomieanteil die 75-prozentige Umsatzerstattung zu gewähren", wendet sich Jürgen Keipp, Geschäftsführer der Freien Brauer, an die Politik. Er begründet sein Ansinnen wie folgt: "Gerade die mittelständischen Familienbrauereien, die zur Wertegemeinschaft gehören, sind überdurchschnittlich partnerschaftlich in der Gastronomie engagiert und in den Monaten der Pandemie überdurchschnittlich solidarisch mit ihren gastronomischen Partnern umgegangen. Wir werden dies auch weiterhin tun. Nur, bei allem Verständnis für die verabschiedeten Maßnahmen, halten wir die fehlende Unterstützung durch die Politik für unsere direkt betroffene Branche für nicht akzeptabel." //pip

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