Foodwatch kritisiert Comic-Reklame für süße Kindergetränke

Donnerstag, 15. November 2018 - 12:30
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Zuckergesüßte Getränke gelten laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "eine der Hauptursachen" für die Entstehung von Adipositas (Fettleibigkeit) und Typ-2-Diabetes. (Foto: Pixabay)

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat Lebensmittelhersteller dafür kritisiert, gezuckerte Erfrischungsgetränke mit Comicfiguren schon an Kleinkinder zu bewerben. Ein von foodwatch veröffentlichtes Ranking zeigt die zehn zuckrigsten Kindergetränke, die bei den fünf größten Handelsketten zu finden sind. Vier der zehn zuckerhaltigen Produkte stammen von Solevita, einer Eigenmarke von Lidl. Dabei habe laut Foodwatch die Handelskette in der Vergangenheit wiederholt damit geworben, den Zuckergehalt im Eigenmarken-Sortiment zu reduzieren, heißt es. Lidl hat sich das Ziel gesetzt, bis 2025 den Zucker im Eigenmarken-Sortiment um 20 Prozent zu reduzieren.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner müsse endlich dafür sorgen, dass Zuckerbomben und Snacks nicht mehr aggressiv an Kinder vermarktet werden, erklärte Luise Molling von foodwatch. Wenn die Ministerin es ernst meine mit dem Kampf gegen Fehlernährung, müsse sie das Kindermarketing für unausgewogene Lebensmittel verbieten und die Kinder vor dem Profitinteresse der Konzerne schützen.

Laut Foodwatch seien 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig oder fettleibig. Im Vergleich zu den 80er- und 90er-Jahren sei der Anteil übergewichtiger Kinder um 50 Prozent gestiegen. Zuletzt habe sich der Anteil auf dem hohen Niveau stabilisiert. Zuckergesüßte Getränke gelten laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als "eine der Hauptursachen" für die Entstehung von Adipositas (Fettleibigkeit) und Typ-2-Diabetes.

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