Finanzkrise wird spürbar

Mittwoch, 21. Januar 2009 - 12:00

Der Getränkefachgroßhandel spürt bereits erste Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Vor allem im Gastrobereich rechnen die GFGH-Betriebe mit erheblichen Einbußen.

Hausbanken knausern mit Krediten, Umsätze in Gastronomie und Getränkefachmärkten gehen zurück, die Ergebnisaussichten für 2009 verschlechtern sich und dennoch will die überwiegende Mehrheit der Betriebe des Getränkefachgroßhandels weder bei den Investitionen noch beim Personal zurückstecken. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Blitzumfrage, die der Bundesverband des Getränkefachgroßhandels über den Jahreswechsel an seine rund 820 Mitglieder richtete.
Fast 40 Prozent der antwortenden Betriebe melden, dass sich das Kredit-Vergabeverhalten ihrer Bank geändert habe: Über die Hälfte verlangte mehr Sicherheiten, und für über ein Drittel verteuerten sich Kredite. Entsprechend vorsichtig agieren demzufolge 64 Prozent der GFGH selbst in ihrem Finanzierungsverhalten gegenüber der Gastronomie: durch strengeres Inkasso, gelegentlichen Verzicht auf Objekte und Verringerung des Finanzvolumens.
Die Unsicherheit der Konsumenten spiegelt sich bereits bei 66 Prozent der Betriebe wider. Am stärksten sind die Umsatzrückgänge mit der Gastronomie, die 55 Prozent der betroffenen Betriebe spüren, gefolgt mit einem Drittel, die weniger Umsatz verzeichnen in ihren eigenen Getränkefachmärkten.
Dennoch wollen über 64 Prozent der Unternehmen ihre Mitarbei-ter halten, und 55 Prozent bleiben standhaft in Bezug auf ihre für 2009 geplanten Investitionen. Dieses Ergebnis erscheint umso bemerkenswerter, als die Mehrheit der Unternehmen keine guten Prognosen für dieses Wirtschaftsjahr stellt: 54 Prozent rechnen mit weniger Umsatz und 58 Prozent mit weniger Gewinn als im vergangenen Jahr. Im Vergleich zu den im Vorjahr für das erste Halbjahr geäußerten Erwartungen hat sich das Klima deutlich verschlechtert.
Als Ursachen für die Turbulenzen machen die GFGH gleichermaßen den ruinösen Wettbewerb der Discounter und die politischen Rahmenbedingungen aus mit den Auswirkungen des Nichtraucherschutzes sowie der pauschalen Diskriminierungen des Alkoholkonsums. Fast gleichauf liegt die Preispolitik der Getränkeindustrie zu Lasten der Margen des GFGH.
Mehr staatliche Investitionen oder Schutzschirme für gefährdete Branchen spielen als Instrumente für eine Belebung des GFGH-Geschäftes erwartungsgemäß eine untergeordnete Rolle, und die Ausgabe einmaliger Konsumzuschüsse ziehen die Befragten überhaupt nicht in Betracht. Eine einmalige Konsumspritze würde eher verpuffen oder bei den Discountern landen, so GFGH-Bundesverbandschef Günther Guder.

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