DUH fordert Mehrweggebot für Veranstaltungen

Donnerstag, 13. Dezember 2018 - 12:15
Die DUH will erreichen, dass es nach öffentlichen Veranstaltungen so nicht mehr aussieht. Foto: Pixabay

Zum 1. Januar 2019 tritt das neue Verpackungsgesetz (VerpackG) in Kraft und ersetzt die bis dahin gültige Verpackungsverordnung (VerpackV). Formuliert wird darin auch eine Mehrweg-Quote: „Ziel ist es, einen Anteil von in Mehrweggetränkeverpackungen abgefüllten Getränken in Höhe von mindestens 70 Prozent zu erreichen“, heißt es im Gesetzestext (§1 Abs. 3).

Damit diese Quote auch tatsächlich umgesetzt wird und Mehrweggetränkeverpackungen häufiger genutzt werden, fordert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nun, deren Nutzung in den öffentlichen Beschaffungsrichtlinien festzulegen und für öffentliche Veranstaltungen Mehrweggebote zu erlassen.

Einweg-Plastikflaschen, Dosen und Pappbecher sollen konsequent durch Mehrwegflaschen und -becher ersetz werden, verlangt die DUH. Mehrweg-Gebinde verursachten durch vielfache Wiederbefüllung und kurze Transportwege deutlich weniger Klimagasemissionen als Einweggetränkeverpackungen, die ständig neu produziert werden müssten.

Mehrwegbecher auf Großveranstaltungen könnten bereits nach der fünften Wiederverwendung klimafreundlicher sein als Einwegplastikbecher, erklärt Thomas Fischer, DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft. Auch Mehrwegbecher aus Polypropylen für Coffee-to-go müssten nur rund 20 Mal wiederverendet werden, um eine bessere Klimabilanz als Einwegbecher aufzuweisen, sagt Fischer weiter.

„Pro Jahr werden in Deutschland mehr als 2,7 Milliarden Getränkedosen, 16 Milliarden Einweg-Plastikflaschen und fast 3 Milliarden Wegwerfbecher für Kaffee verbraucht. Mit verheerenden Auswirkungen für das Klima. Einmal hergestellte Verpackungen zu spülen und vielfach wiederzuverwenden ist viel klimafreundlicher als die ständige energieintensive Herstellung von Dosen oder Plastikflaschen, die nur eine Nutzungsdauer von wenigen Minuten haben. Würde man alle alkoholfreien Getränke ausschließlich in Mehrweg- statt in Einwegflaschen abfüllen, dann ließen sich so 1,25 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Das entspricht dem CO2-Ausstoß von 575.000 Mittelklassewagen, die im Durchschnitt 15.000 km pro Jahr fahren“, erklärt die Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH Barbara Metz.

Auch der Getränkehandel wird mit dem neuen Gesetz unter anderem mit einer Kennzeichnungspflicht für Einweg und Mehrweg am PoS in die Pflicht genommen.
Lesen Sie in der kommenden Ausgabe 26 der GETRÄNKE ZEITUNG (Erscheinungstermin: 20. Dezember) eine kritische Betrachtung.

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