Cider wächst global

Dienstag, 17. November 2020 - 16:30
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Wein
Cider ist weltweit eines der am stärksten wachsenden Getränkesegmente. (Foto: VdFw)

Cider wächst laut Global-Data-Marktforschung über die letzten 5 Jahre betrachtet weltweit stärker als alle anderen Segmente des Markts für alkoholische Getränke. 

Großbritannien und Irland sind führend

Großbritannien und Irland sind nach wie vor führend, meldet der Verband der deutschen Fruchtwein- und Fruchtschaumwein-Industrie (VdFw). In beiden Ländern wurden 2019 laut VdFw pro Kopf durchschnittlich 14 Liter Cider getrunken. Auch beim Absatzvolumen liege Großbritannien mit weitem Abstand vorn, gefolgt von Südafrika, den USA und Australien. Wachstumstreiber seien neue Märkte in Ost- und Südeuropa. Bei den Sorten behauptee sich ganz klassisch Apfel-Cider. Er mache, so der VdFw, 78 Prozent des globalen Cider-Absatzes aus. Doch Flavoured Cider hätten in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 12 Prozent zugelegt und erwiesen sich somit als Impulsgeber. Bei den Flavoured Ciders seien Beerenfrüchte die beliebteste Sorte. Cider profitiere nach Verbandsangaben vom Craft-Trend und könne zudem wie Apfelwein als Naturprodukt punkten. Ein weiterer Vorzug sei: Cider komme, anders als manche anderen alkoholischen Getränke, bei Männern und Frauen gleichermaßen gut an, meint der Fruchtsaftverband. Doch wie entwickelt sich das Produkt Cider in Deutschland? 

Cider in Deutschland

Apfelweinhaltige Getränke, insbesondere Cider, seien laut VdFw in der Angebotspalette der deutschen Apfel- und Fruchtweinhersteller das Produktsegment mit dem stärksten Wachstum. Laut der verbandseigenen Statistik des VdFw sei ihr Inlandsabsatz 2019 um 12,1 Prozent auf 12,4 Mio. Liter (2018: 11 Mio. Liter) gestiegen. Typisch für den deutschen Markt und stärkstes Branchenprodukt bleibe Apfelwein. Der Klassiker habe 2019 einen Inlandsabsatz von 45,3 Millionen Litern erzielt und habe damit über 43 Prozent zum Jahresergebnis der Apfel- und Fruchtweinhersteller beigetragen. Insgesamt habe die deutsche Apfel- und Fruchtweinbranche laut VdFw 2019 einen Inlandsabsatz von 104,7 Millionen Litern erzielt, der Umsatz lag bei 112 Millionen Euro. Erfasst werden Apfelwein, Fruchtwein, Cider und andere apfel- und fruchtweinbasierte Getränke.

Keine einheitliche Regelung des Begriffs Cider

„Absatzzahlen zu Cider für den deutschen Markt sind nur schwer zu greifen. Die Verwendung der Produktbezeichnung ist bislang noch nicht gesetzlich geregelt. Daher lässt sich Cider als Segment nicht klar abgrenzen“, erläutert Klaus Heitlinger, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Fruchtwein- und Fruchtschaumwein-Industrie (VdFw). Wie Heitlinger weiter darlegt, sei Cider eine international übliche Bezeichnung für alkoholhaltige Getränke auf Apfelbasis. In Europa werden unter dem Begriff sehr unterschiedliche Getränke hergestellt und vertrieben. Im Cider-Mutterland Großbritannien verstehe man darunter traditionell einen mit Kohlensäure versetzten, häufig deutlich restsüßen Apfelwein, der meist unter Wasser- und Zuckerzusatz hergestellt wird. In Deutschland gebe es für Cider bislang noch keine rechtlich festgelegte Definition. Die meisten Cider, die in Deutschland auf dem Markt sind, werden als apfelweinhaltige Getränke deklariert. Möglich sei aber auch, einen Cider als fruchtweinhaltiges Getränk zu deklarieren, das dann gar keine Äpfel enthalten muss. „Der VdFw sieht den Bedarf, das Verständnis des Begriffs Cider zu vereinheitlichen und Mindestanforderungen festzulegen und setzt sich dafür ein, eine Definition von Cider und dessen Herstellung in die Leitsätze für weinähnliche und schaumweinähnliche Getränke aufzunehmen, die auch den rechtlichen Rahmen für Apfelwein und Getränke auf Apfelweinbasis bilden“, so Heitlinger. Der VdFw habe hierzu in seinen Gremien eine Cider-Definition entwickelt, die sich am allgemeinen Marktverständnis orientiert, wonach ein Cider immer ein Erzeugnis mehrheitlich aus Äpfeln sein müsse. Danach sei Cider ein unter Verwendung von Zuckerarten, natürlichem Apfelaroma sowie höchstens 50 Prozent Wasser hergestelltes Erzeugnis aus Äpfeln mit einem Alkoholgehalt von 1,2 Prozent Volumen bis maximal 8.5 Prozent Volumen ggf. mit einem Überdruck an Kohlensäure. //pip

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