BMU bezuschusst Flaschenwaschmaschine für Fiege

Montag, 1. Juli 2019 - 16:30
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Die geschäftsführenden Gesellschafter Hugo (links) und Jürgen (rechts) Fiege mit Umweltministerin Svenja Schulze. (Foto: Fiege)

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat die Privatbrauerei Moritz Fiege GmbH & Co. KG in Bochum besichtigt, um deren energieeffiziente Flaschenwaschmaschine für Bügelverschlussflaschen anzuschauen. Bis zu 100 Tonnen CO2-Emissionen könnten damit eigenen Angaben zufolge pro Jahr eingespart werden. Für die Umsetzung erhält die Brauerei einen Investitionszuschuss in Höhe von über 350.000 Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm des BMU.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Ich freue mich, dass in Bochum eine neuartige Technologie in der Getränkeindustrie angewandt wird, die erhebliche Ressourcen und Energie spart. Um das umweltfreundliche Mehrwegsystem zu nutzen, ist es unumgänglich, dass die Flaschen vor ihrer Befüllung gereinigt werden. Das kann nun mit der neuen Technik sehr viel effektiver und effizienter passieren. Das Vorhaben leistet damit einen wichtigen Beitrag für den Umwelt- und Klimaschutz und verspricht den Stand der Technik in der Branche voranzubringen.“

Die Privatbrauerei Moritz Fiege beliefert Handel, Gastronomie und Veranstaltungen im mittleren Ruhrgebiet. Einen Großteil ihrer Produkte füllt das Unternehmen in Bügelverschlussflaschen für das umweltfreundliche Mehrwegsystem ab. Dafür ist grundsätzlich eine Flaschenwaschmaschine erforderlich, um die Flaschen vor der erneuten Befüllung zu reinigen. Vor dem Befüllen müssen alle Flaschen zudem mit Trinkwasser gespült werden. Diese Vorgänge erfordern bisher einen erheblichen Energie-, Wasser- und Chemikalieneinsatz.

Seit vielen Jahren lässt die Bochumer Familienbrauerei ihre Biere konsequent in Mehrwegflaschen abfüllen. „Mehrweg ist Klimaschutz“, sagt Brauerei-Inhaber Hugo Fiege. Der Energie- und Ressourcenverbrauch für Rücktransport und Reinigung sei bei Mehrwegflaschen geringer als der zusätzliche Herstellungsaufwand für Einwegflaschen. Dies gelte umso mehr, je regionaler der Vertrieb und je höher die Zahl der Wiederbefüllungen sei. „Mehrwegflaschen aus der Region sind aus Umweltsicht erste Wahl“, so Hugo Fiege. Seine Gleichung lautet „Fiege = kurze Wege = gut für die Umwelt“. Insgesamt liege der Anteil von Mehrweg bei Bier bei 80 Prozent.

Durch den Einsatz der technisch kompakten Waschmaschine speziell für Bügelflaschen sei es nun möglich, den Waschvorgang deutlich effizienter als bisher durchzuführen. Zudem werden die Flaschen während des Waschvorgangs fixiert, sodass ein Verkanten des Bügels nicht zu einer unzureichenden Reinigung führt (dies betraf bis jetzt rund 11 Prozent der Flaschen). Darüber hinaus erlaube die Fixierung, dass im Gegensatz zu herkömmlichen Maschinen alle gängigen Bierflaschengrößen gereinigt werden könnten.

Mit dem Umweltinnovationsprogramm wird die erstmalige, großtechnische Anwendung einer innovativen Technologie gefördert. Das Vorhaben muss über den Stand der Technik hinausgehen und sollte Demonstrationscharakter haben, heißt es.

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