2019: Das erwarten Brauer vom Handel

Dienstag, 8. Januar 2019 - 15:45
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GZ exklusiv: Brauereien verraten, was sie 2019 vom Handel erwarten. (Foto: DBB e.V.)

Das Jahr 2019 ist noch jung. Höchste Zeit, um renommierte Brauereien zu fragen, was sie vom Fachhandel in diesem Jahr erwarten. Und: Welche Pläne realisieren Bierhersteller in diesem Jahr?

Brauerei Gebr. Maisel KG, Jeff Maisel, Inhaber:

„Der Fachhandel hat sich in den letzten Jahren massiv verändert und versucht, den Kundenwünschen mit neuem Ladendesign und einer deutlich breiteren Auswahl entgegen zu kommen. Wir arbeiten mit dem Fachhandel schon immer sehr vertrauensvoll zusammen und pflegen eine gute Partnerschaft. Gerade in Sachen Craftbier und Spezialitäten ist in den letzten Jahren sehr viel vorangegangen. Wir sind also voller Lob und freuen uns, dass den Wünschen der Verbraucher nach mehr Vielfalt Rechnung getragen wird.

2019 werden wir weiterhin intensiv auf Alkoholfrei setzen. Dabei möchten wir bei unserem alkoholfreien Weißbier mit zusätzlichen Listungen auf den positiven Absatz reagieren und unter der Marke Maisel & Friends ein alkoholfreies Craftbier auf den Markt bringen. Zusätzlich werden wir bei den Maisel & Friends Sessionbieren eine weitere, dauerhaft verfügbare und gut trinkbare Sorte anbieten. Die Craftbierliebhaber können sich natürlich auch 2019 wieder auf etliche limitierte Bierspezialitäten freuen. Besonders wichtig ist uns, dass wir den guten Kontakt und das hervorragende Miteinander mit unseren Partnern aus GFGH, Handel und Gastronomie beibehalten. So können wir unsere Marken gut positionieren und gemeinsam erfolgreicher machen.“

 

Heineken Deutschland GmbH, Kai Dornbusch, Marketing Director:

„Die große Herausforderung für den Handel besteht darin, Platz für die wachsenden Kategorien zu schaffen, um die Wertschöpfung zu erhöhen. Im Regal und in der Vermarktung. Internationale Premiumbiere wachsen stark, auch Biermixe und alkoholfreies Bier legen zu. Die jungen modernen Cider zeigen das stärkste Wachstum und fordern mehr Aufmerksamkeit als in der Vergangenheit. Auch im Bereich Route-to-market gilt es für den Fachhandel, optimale Lösungen für die Shopper anzubieten.

Für die Gastronomie werden wir im Februar mit ,Blade‘ nun auch in Deutschland das innovative Plug-and-Play Zapfsystem einführen. Die Sorten Heineken, Heineken 0.0 und Apfel Räuber Cider werden in 8-Liter-PET-Fässern verfügbar sein. Das System zeichnet sich aus durch eine sehr einfache Bedienung und braufrische Qualität. Dabei werden wir unterstützend auch eine alternative Route-to-market nutzen. In der Szenegastronomie werden wir unsere Position als Marktführer im Bereich Biermixgetränke weiter ausbauen. Im Handel gehen wir weiter den erfolgreichen Weg, den wir seit Jahren verfolgen. Das Riesen-Potenzial der Cider-Kategorie wollen wir gemeinsam mit unseren Handelspartnern ausbauen und optimale Lösungen für Shopper und Konsumenten anbieten.“

 

Krombacher Brauerei Bernhard Schadeberg GmbH & Co. KG, Peter Lemm, Leiter Unternehmenskommunikation:

„Wir sind mit den Leistungen des Fachhandels insgesamt sehr zufrieden. Man erkennt eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Individuelle Optimierungen sind natürlich immer möglich.

Krombacher wird den bereits seit Jahren eingeschlagenen Weg des nachhaltigen und gesunden Agierens auch in 2019 weiter gehen. Insbesondere im Bereich der alkoholfreien Produkte dürfen sich Kunden und Verbraucher auf tolle, neue Sorten freuen, die das Sortiment sinnvoll und zielgerichtet ergänzen. Und auch in der Markenkommunikation wird es frische Impulse geben, die Lust auf die Produkte unserer Marken machen werden.“

 

Kulmbacher Brauerei AG, Markus Stodden, Vorstandssprecher:

„Wir arbeiten sehr gut mit dem Fachhandel zusammen. Auch 2019 werden wir an der regionalen Brautradition und dem Spezialitätencharakter unserer Marken festhalten und unseren eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen.“

 

Radeberger Gruppe KG, Birte Kleppien, Unternehmenssprecherin:

„Es kommt uns nicht zu, dem Fachhandel sein Kerngeschäft zu erklären. Das ist nicht unsere Kompetenz. Was wir allerdings können: Gemeinsam mit unseren Handelspartnern ganzheitliche Lösungskonzepte zu seinem Vorteil entwickeln – sei es mit verkaufsfördernden Präsentationen am PoS, im Leergutmanagement, in der Logistik und smarten Supply Chain. Auch hier bietet die Digitalisierung neue Möglichkeiten und Chancen, die wir gemeinsam ergreifen wollen und werden.

Bei unseren Vorhaben für 2019 halten wir es mit dem guten, alten Churchill: Prognosen sind schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen. Wir sind keine Ankündigungsmeister. Wir sprechen über Pläne erst dann, wenn sie umsetzungsreif sind und wir Konkretes vorzuzeigen haben. So wie wir das in diesem Jahr gezeigt haben.“

 

Paulaner Brauerei Gruppe GmbH & Co. KGaA. Raphael Rauer, Geschäftsführer:

„Mit unseren Partnern sind wir sehr zufrieden, wir sind seit jeher überproportional im Fachhandel vertreten. Wir freuen uns immer über neue Ideen, wie wir gemeinsam unsere Sortimentsvielfalt und den Spezialitätencharakter unserer Biere besser in Szene setzen können.

Insgesamt ist es unser Ziel, unseren Marktanteil im deutschen Biermarkt weiter auszubauen. Dafür haben wir mit unserem breiten Biersortiment beste Voraussetzungen. Zudem tragen wir der Wichtigkeit des Supply Chain Rechnung und erweitern unsere Logistikfläche in unserer Brauerei.“

 

Warsteiner Brauerei, Christian Gieselmann, Sprecher der Geschäftsführung:

„In der Kommunikation legen wir erkennbar nach: Im kommenden Jahr werden wir unsere Sichtbarkeit beim Konsumenten vor allem über unsere TV-Werbung weiter erhöhen. An dieser Stelle werden wir auch im kommenden Jahr nicht sparen: Unsere Investitionen für Kommunikation bleiben auf einem hohen Niveau.“

 

Carlsberg Deutschland GmbH, Dr. Linda Hasselmann, Director Corporate Communications & CSR:

„Der Fachhandel muss attraktiv präsentieren, das Produkt, nicht der Preis sollte im Fokus stehen. Außerdem sollte er Erlebniswelten schaffen – der Fachhandel muss dem Kunden einen Grund bieten, zu ihm zu kommen. Dann braucht er schlüssige E-Commerce-Strategien, auch, um sich an die Zielgruppe mit den Themen Mobilität, Digitalität, Lifestyle, Regionalität anpassen zu können.

2019 werden wir unsere neue Holsten-Brauerei in Betrieb nehmen. Außerdem weiten wir unsere neue Technologie, den DraughtMaster, in der Gastronomie aus. Dann wollen wir das Wachstum nachhaltig vorantreiben, insbesondere bei unseren Marken Astra, Lübzer und Somersby sowie insgesamt dem Segment Dose (marktübergreifend). Unsere neue Astra St. Pauli-Brennerei soll sich in 2019 etablieren und, zu guter Letzt, werden wir unser Portfolio in Bezug auf die Line Extensions (Ausweitung des Absatzprogramms eines Unternehmens durch Produktdifferenzierung bzw. Vertiefung des Sortiments, d. Red.) erweitern.“

 

Bitburger Braugruppe GmbH, Axel Dahm, Sprecher der Geschäftsführung:

„Bevor wir unsere Partner im Fachhandel kritisieren oder belehren, sollten wir lieber damit beginnen, notwendige Verbesserungen in unseren eigenen Abläufen und Prozessen vorzunehmen. Insgesamt muss man ohnehin sagen, dass sich gerade der Fachhandel in den letzten Jahren deutlich professionalisiert hat und heute sehr gut aufgestellt ist.

Konkrete Vorhaben möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten, aber ein Ziel dominiert auch 2019 unsere gesamten Aktivitäten: stets noch besser zu werden!“

 

Weitere, spannende Aussagen dieser und weiterer Brau-Unternehmen zu ihren Erwartungen 2019 finden Sie in der Printausgabe der GETRÄNKE ZEITUNG, die am 17. Januar erscheint. Plus: Das erwartet der Handel von Bierherstellern. Freuen Sie sich auf die GZ 1-2 2019!

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