Two Buddhas, Berlin

Ausgabe: 
09
2012
Freitag, 21. September 2012 - 10:15
Gastronomie
Szene

Ein guter Geist weht durch die 400 Quadratmeter der Eingangshalle des alten Stettiner Bahnhofs. Die namensgebenden Buddhas wurden zur Eröffnung im Frühjahr 2012 von buddhistischen Mönchen gesegnet. Ob’s hilft? Ein Selbstläufer ist das „Nordbahnhof Two Buddhas“ nicht, so viel steht fest. Aber dafür umso interessanter und ein spannendes Projekt für den erfahrenen Restaurantmanager Thomas Hanowski und für den gestandenen Gastronomen Volkmar Thieme (Erlebnis-Bräu GmbH), der die für viel Geld sanierten Räumlichkeiten von der ANH Hausbesitzverwaltung gepachtet hat. Die Lage im alten Grenzgebiet, unweit der Mauerreste ist eine Herausforderung. Viel Laufpublikum ist hier nicht zu erwarten. „Wir haben nur rund zehn Prozent Touristen als Gäste“, erzählt Thomas Hanowski, der statt aufs schnelle Geschäft auf den nachhaltigen Faktor Mundpropaganda setzt. Das Mittagsgeschäft ist nach ein paar Monaten zufriedenstellend angelaufen, abends und am Wochenende geht die Formel des Asian-Californian-Crossover in einem Ambiente zurückhaltender buddhistischer Eleganz schon bestens auf. Aber kann das reichen, zumal Volkmar Thieme das „Two Buddhas“ ganz eindeutig als Restaurant positioniert und das Nachmittagsgeschäft mit Kaffee und Kuchen anderen überlässt? Der Betrieb laufe jetzt kostendeckend, erzählt Hanowski, beim Weg in die Gewinnzone solle das wichtige Standbein Events helfen. „Das Ziel sind mindestens zwei große Buchungen im Monat“, gibt der Restaurantmanager vor und zählt dabei unter anderem auf den guten Ruf Volkmar Thiemes und dessen Erfahrungen im Eventgeschäft. Thieme war es auch, der dem imposanten Gebäude mit zwölf Meter hohen Decken gestalterisch seinen Stempel aufdrückte. Mit europaweit auf Messen eingekauften Möbeln, eigens in Asien angefertigter Kunst und einer Prise Street-Style in Form von Wandgemälden schuf er seine Berliner Interpretation der Vorbildkonzepte in Paris („Buddha Bar“), New York („Tao“) und London („Zuma“). Nicht die schlechteste Gesellschaft!

Benjamin Brouër

Fotos: Cordula Giese

www.nordbahnhof-two-buddhas.de