Sauvage, Berlin

Ausgabe: 
12
2013
Mittwoch, 1. Januar 2014 - 11:15
Gastronomie
Szene
 

Paleo-Food, das sogenannte „Steinzeit-Essen“, findet immer mehr Anhänger. Das Prinzip: Ausschließlich Verwendung von Fleisch und Fisch aus Weidehaltung oder Wildfang, ausschließlich saisonales Bio-Gemüse. Kein Getreide, keine Milch, kein raffinierter Zucker, kein raffiniertes Pflanzenöl. Die Begründung: Der menschliche Körper sei an all diese Dinge evolutionär noch gar nicht angepasst, viele Allergien und Unverträglichkeiten seien darauf zurückzuführen. Was zunächst mehr nach Verzicht als nach Genuss klingt, ist tragfähig für ein innovatives gastronomisches Konzept – wie das Berliner „Sauvage“ eindrucksvoll beweist: 2011 eröffneten Rodrigo und Boris Leite-Poço ihr Paleo-Restaurant in einem Ex-Bordell in Neukölln, erhielten dafür internationale Beachtung und sind ständig Wochen im Voraus ausgebucht. 

Mit ihrem zweiten „Sauvage“ im Prenzlauer Berg geben sie ihrem selbst entwickelten Food-Konzept nun eine neue, größere Bühne und haben das Speisenangebot von „Casual Paleo Dining“ auf „Fine Paleo Dining“ gehoben. Auf der Karte von Küchenchef Giorgios Bakais steht z.B. eine „lactofermentierte Kokosnussmilch und Safran-Blumenkohlrisotto mit Nährhefe, serviert mit gelber Beete und selbst gesammelten Pilzen“. Mittelfristig haben Rodrigo und Boris Leite-Poço große Pläne: Per Franchising wollen sie das Konzept in die weltweite Expansion bringen.

Jan-Peter Wulf