Rilano No. 6 Lenbach Palais, München

Ausgabe: 
12
2012
Mittwoch, 12. Dezember 2012 - 9:45
Gastronomie
Szene

Das „Lenbach“ hat Geschichte geschrieben. Größen wie Mick Jagger, Karl Lagerfeld und viele Starlets speisten dort, der Catwalk, der mitten durchs Restaurant führte, sorgte regelmäßig für Aufregung. Auch hinter den Kulissen, etwa mit dem „jungen Wilden“ Stefan Marquard (2000- 2003), setzte das „Lenbach“ Zeichen. Als sich Gastronom Peter Schmuck Anfang 2012 zurückzog, übernahm die Rilano Hotelgruppe das Pachtobjekt. Geschäftsführer Holger Behrens will die Strahlkraft des „Lenbach“ als Marketingtool vor allem für die drei Münchner Rilano Hotels nutzen. Dabei spielt auch der unverändert faszinierende Gobelinsaal für Events und Tagungen eine Rolle.

Eine Million Euro wurden in die Neugestaltung des „Rilano No. 6 Lenbach Palais“ investiert. Innenarchitektin Niki Szilagyi (u.a. „La Baracca“, München) und Rilano-Marketingchefin Sandra Zschach, eine studierte Innenarchitektin, gingen deutlich weg vom einstigen „Sieben Todsünden“-Design des Sir Terence Conran. Sie setzen auf dezente Eleganz in Gold, Bronze und Braun. Trotz Glamour kommt der ursprüngliche Charme des denkmalgeschützten Bernheimer Palais (1860) sicher mehr zur Geltung. Dennoch gibt es einige Special Effects: So wacht beispielsweise in den ehemaligen „Gefängnis“-Toiletten jetzt an manchem Örtchen ein Auge als originelles Decken-Element.

Highlight in der Bar ist natürlich der 18,7 Meter lange Tresen, an dem Barchef Daniel Fritzen (vorher The Rilano Hotel München) Klassiker und Eigenkreationen wie den „Roof Deck“ (9 Euro) mixt. Zum Chillen wurden entlang der hohen Fenster Lounges eingerichtet, stylishe Rückzugsoasen gibt es zudem auf der Galerie. Die Stimmung im monumentalen Restaurant-Saal ist von strahlendem Weiß und Mobiliar in Brauntönen geprägt, inszeniert durch ein in die Stuckleisten integriertes Licht. Küchenchef Steffen Sonnenwald, Mitbegründer der Jungen Wilden, bietet hier „kompromisslos frische Küche“. Er trägt, wie er sagt, noch ein wenig „Revoluzzerfeeling“ in sich, will aber seine bayerische Heimat nicht verleugnen.

Karin Gable

www.rilano-no6.com