Oh Julia, München

Ausgabe: 
08
2013
Donnerstag, 26. September 2013 - 14:00
Gastronomie
Szene

Souverän und entspannt steht Marc Uebelherr inmitten des hektischen Treibens seines „Oh Julia“ in der Münchner Hofstatt. 20 Jahre Gastronomieerfahrung machen eben gelassen, auch im größten Eröffnungstrubel. Und gelassen kann er sein, denn Uebelherr hat eine feste Vorstellung davon, womit das Münchner Publikum noch zu begeistern ist: einfache mediterrane Küche, aber besser als das, was der Markt ansonsten zu bieten hat. Das beginnt schon mit dem Brot. Großbäcker, das kann jeder.

Im „Oh Julia“ wird selbst gebacken. Ein großer Ofen, in den alleine rund 35.000 Euro investiert wurden, zieht die Blicke an und bestimmt das Flair des Gastraumes. „Handgemacht“ ist hier Motto und Marketingmittel zugleich, denn in einer großen Theke werden die selbstgemachten Brote – drei Sorten, hergestellt aus französischem Mehl – aufmerksamkeitsstark präsentiert. Eine Station weiter gibt es Croissants und anderes Süßgebäck, Antipasti, zu denen es das Brot kostenlos dazu gibt, und frisch gebackene Brötchen to go, belegt mit italienischer Salami, Schimmelkäse, Lachs etc. Die Bäckerei des „Oh Julia“ hat übrigens genug Kapazität, um auch die acht übrigen Läden von Marc Uebelherr zu beliefern – das sorgt auch dort für einen USP.

Ab elf Uhr ist aber Schluss mit Brotbacken, denn dann gilt die Aufmerksamkeit den auf langen Holzbrettern servierten eckigen Pizzen. Auch diese folgen dem Gesamtkonzept: einfach, aber gut und damit außergewöhnlich. 30 cm oder 60 cm lang, werden sie mit hochwertigen Belägen versehen. Zudem werden in einer einsehbaren Küche wechselnde warme Gerichte zubereitet. Die obligatorische Pasta darf eben auch im „Oh Julia“ nicht fehlen – ebenso wenig wie der immer noch allgegenwärtige Spritz. Campari oder Aperol sucht man jedoch vergebens, der Bitter Mezzodi sorgt für ein weiteres Alleinstellungsmerkmal. Ebenso wie das Service-Konzept: Der Gast holt sich an den Stationen sein Essen und die Getränke selbst. Für alles, was länger dauert – Pizza, Pasta, etc. – erhält er einen Pager, das Essen wird dann serviert.

Alexander Thürer

www.ohjulia.de