MioMatto, Berlin

Ausgabe: 
11
2013
Mittwoch, 20. November 2013 - 16:30
Gastronomie
Szene
 
Veganes Food auch Menschen schmackhaft zu machen, die sich mit diesem Thema bislang nicht beschäftigt haben – das hat sich der Star der veganen Kochszene, Björn Moschinski, mit „MioMatto“ zum Ziel gesetzt. Nicht mit einem Solitär, sondern im System: Das „MioMatto“ will er in die deutschlandweite Expansion führen, zusätzlich ein veganes Bistro-Konzept auf die Bahn bringen. Zum Teil geschieht dies in Kooperation mit der veganen Supermarkt-Kette „Veganz“ (so auch hier am ersten Standort, der sich über dem Ladengeschäft befindet), zum Teil autark. 
 
Geplant sind heterogene Küchen-Schwerpunkte, deutsch, asiatisch oder italienischmediterran wie hier beim Erstling. Die „Tagliatelle mit Rinderfilet“ kommt fleischlos daher, das Filet wird mit Soja „nachgebaut“ – Bekanntes in dieser alternativ-veganen Form darzureichen, soll die Probierlust aufs Neue steigern. Fleischiges wie Schinken oder Salami – der Gast soll selbst entscheiden dürfen – findet sich aber auch auf der Karte, zum Beispiel auf der Pizza, die es auch mit Vollkorn- und mit glutenfreiem Mehl gibt. „Bis auf unsere Pastagerichte können wir alle Speisen glutenfrei zubereiten“, sagt Restaurantleiter Dennis Plätzsch, der schon im ebenfalls vegan ausgerichteten „Kopps“ für Moschinski arbeitete.
 
Die (wie alle Möbel) eigens angefertigten Tische aus Holz, Metall und Beton bleiben nackt. Die karierten Tischdecken zog das Team von „unit-berlin“ (u.a. „Bar Raval“, „.HBC“ und „Kopps“) stattdessen auf Holzrahmen und schraubte diese unter die Decke. Eine Woche Handarbeit war für diesen witzigen Effekt nötig. Effektvoll sind auch die halboffenen, metallischen Raumteiler zwischen Trattoria-, Bar- und Restaurantbereichen oder zur Küche hin. Große Glasfronten bieten dem Gast beste Blicke im schmalen Lounge-Bereich, während er an einem der rund 50 ökologisch-biologischen Weiß- und Rotweinen oder an einem der veganen Cocktails nippt – auch als alternative Bar will das „MioMatto“ sich etablieren.
 
Jan-Peter Wulf