Glass, Berlin

Ausgabe: 
09
2013
Donnerstag, 17. Oktober 2013 - 15:00
Gastronomie
Szene
 
Kaum zu glauben, dass sich an dieser Stelle zuvor ein Fitness-Studio, ein Ort der Action, befunden hat: Die Gäste im neuen Restaurant „Glass“ in Berlin kommen sichtlich zur Ruhe. Sie lassen ihren Blick durch das minimalistische Interieur schweifen, treffen auf ihre verzerrte Reflektion auf dem großen Vorhang aus metallischem Polyester, blicken hinaus aus der rundum verglasten Location und auf das Wenige, was auf dem Tisch steht: eine winzige Blume, ein Trinkglas. Ruhe macht sich breit. Dann kommt das Essen. Sechs bzw. acht Gänge servieren ihnen Küchenchef und Betreiber Gal Ben Moshe und sein Team.
 
Täglich wechselnd, doch drei Elemente sind fix: erstens eine überaus geschmacksintensive „Ochsenschwanz-Explosion“, zweitens der von den „Urban Farming“- Projekten auf dem Tempelhofer Feld inspirierte „Stadtgarten“ mit Gemüse, Blüten und essbarer „Erde“ aus Brotkrumen und Nüssen. Drittens die „Candybox“: Das Dessert ist eine Reminiszenz des Kochs an die eigene Kindheit, als die Mutter beim Picknick allerlei Süßigkeiten hervorzauberte. Popcorn, Marshmallows, Knisterzeugs und luftiges Schokoladenmousse, mit minus 196 Grad kaltem flüssigen Stickstoff geformt: Welch kunstvolles Arrangement Gal Ben Moshe daraus entwickelt, sehen Sie im Video auf www.fizzz.de.
 
Jan-Peter Wulf