Ausgabe 02/2017

Freitag, 27. Januar 2017 - 9:00

„Craft ist keine Größenordnung und kein Erfolgsrezept. Craft ist ein Gefühl.“

FIZZZ Ausgabe 02/2017

Craft ist in aller Munde, zumindest verbal, und die Diskussion darüber, wer sich zum Craft-Segment zählen darf und wer nicht, brodelt seit dem Moment, als der erste Craft-Anbieter auf dem deutschen Markt populär wurde. Denn plötzlich wollten alle ein Stück vom (selbstgemachten!) Kuchen haben. Bier legte vor, Spirituosen folgten, Kaffee war längst angekommen, hatte sich aber schon auf den Begriff „Manufaktur“ festgelegt. Startups ließen sich einen Bart wachsen, globale Brands gaben sich plötzlich ganz heimatverbunden, und nicht wenige Markenhersteller wurden für den schüchternen Hinweis gescholten, dass das Erfolgsprodukt doch auch auf handwerklichem Know-how basiere und somit eigentlich ebenfalls „Craft“ sei.

Doch Craft ist keine Größenordnung, denn im Vergleich zu den Craft-Brauern in den USA sind selbst die deutschen Biermarktführer klein, und wenn die Nachfrage steigt, muss mengenmäßig eben nachgelegt werden. Craft ist auch kein Erfolgsrezept, denn der Markt nutzt die Spezialitäten oft, um Abwechslung ins Angebot zu bringen und wechselt sie nicht selten ruckzuck wieder aus.

Craft ist vor allem ein Gefühl, eine Sehnsucht nach hochwertigen, natürlichen Zutaten, nach Anbietern, die danach streben, das Bestmögliche hervorzubringen, und mit ihrem Namen hinter dem Produkt und für Qualität stehen. Und ja, Craft ist mit all den Erwartungen und Sehnsüchten, die sich in dem Begriff bündeln, ein echtes Trend-Thema (Bier-News ab S. 52).

Barbara Becker
Chefredakteurin FIZZZ
becker@fizzz.de

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