Raubmilben Ansiedlung: So funktioniert es

Ausgabe: 
14
2020
Donnerstag, 16. Juli 2020 - 14:00

Die Ansiedlung von Raubmilben ist ein einfaches und kostengünstiges Verfahren, mit dem Junganlagen schon früh einen guten Schutz vor etlichen Schädlingen erhalten.

Insbesondere in Flurbereinigungsgebieten, wo über weite Strecken keine Zuwanderung der Nützlinge stattfinden kann, stellt diese Maßnahme einen wichtigen Bestandteil der Gesunderhaltung der Reben dar. Aber auch kleinparzellige Anlagen können in ihren ersten Jahren durch das Fehlen des Schutzräubers starke Schäden erleiden.

Werden Raubmilben schon früh in eine Anlage eingebracht, können sie schon nach kurzer Zeit eine ausreichend starke Population aufbauen, um die Pflanzen vor Thripsen, Zikaden, Spinn-, Kräusel- oder Pockenmilben zu schützen.

Allgemein sollte die Ansiedlung der Raubmilben immer von innen nach außen erfolgen. Das Spendergut muss so an die Jungrebe angebracht werden, dass die Raubmilben auf die Pflanze aufwandern können.

Die Ansiedlung von Raubmilben kann auf zwei Wegen durchgeführt werden:

Methode 1: Ansiedlung über Spenderlaub:

Methode 1: Raubmilbenansiedlung mittels Spenderlaub bereits im 1. Standjahr möglich

Raubmilbenansiedlung mittels Spenderlaub: schon im Juli des 1. Standjahres, also kurz nach der Pflanzung können Blätter aus einer Ertragsanlage entnommen und in das Jungfeld eingebracht werden. Dabei ist es ausreichend, zwei ausgewachsene Blätter mit gutem Raubmilbenbesatz (min. 5 Raubmilben pro Blatt) in das Bindeband einer Rebe einzustecken. Es ist darauf zu achten, dass nur Blätter aus einer »sauberen« Anlage genommen werden, um die Verbreitung von Schädlingen, wie z.B. Schildläusen zu vermeiden. Durch die Übertragung im frühen Sommer (ab August nimmt die Zahl der Raubmilben wieder ab) kann eine höhere Anzahl von Raubmilben übertragen werden als z.B. bei der Ansiedlung im Winter.

 

Vorteile:

  • ermöglicht einen frühzeitigen Schutz des Jungfeldes, beginnend im 1. Standjahr
  • ermöglicht einen schnelleren Populationsaufbau im folgenden Frühjahr
  • ist einfach umzusetzen
  • geht zügiger von der Hand als Methode 2
  • ist somit sehr kostengünstig

Nachteile:

  • findet während der Saison statt, wenn viele Arbeiten anfallen
  • ist risikoreicher dabei eventuelle Schädlinge zu übertragen

 

Methode 2: Ansiedlung über Spenderholz:

Methode 2: Raubmilbenansiedlung mittels Spenderholz

Raubmilbenansiedlung mittels Spenderholz: das beim Rebschnitt anfallende zweijährige Schnittholz kann mit den darauf überwinternden Raubmilben in eine Junganlage eingebracht werden. Hierbei muss das Spenderholz an den Rebstamm angebunden werden, damit die Raubmilben im Frühjahr überwandern können.

Vorteile: 

  • kann vor der Saison stattfinden und ist daher zeitlich flexibel zu gestalten
  • bietet weniger Risiko eventuell Schädlinge zu übertragen als Methode 1

Nachteile:

  • ist durch das Anbinden zeitintensiver als Methode 1
  • bietet erst beginnend ab dem 2. Standjahr Schutz vor Schädlingen

Daniela Kameke, DLR Rheinpfalz

 

 

 
 
 

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