Neue Rebsorte zugelassen

Dienstag, 5. Mai 2020 - 16:45
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Die besonderen Eigenschaften der Rebsorte "Sauvitage" (Quelle: Arno Becker, DLR R-NH)

Seit dem 28. April 2020 ist die die pilzwiderstandsfähige Rebsorte Sauvitage vom Bundessortenamt saatgutrechtlich zugelassen. Damit ist diese Sorte auch in allen rheinland-pfälzischen Anbaugebieten für die Herstellung von Qualitätswein zugelassen.

Weinbauliche Eigenschaften

Laut Züchter, dem Land Baden-Württemberg, vertreten durch die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau (LVWO), zeigt sich Sauvitage aus weinbaulicher Sicht pflegeleicht. Die Sorte habe einen ausgeprägt senkrechten Wuchs und sei schwach rankend, was zu einer Zeitersparnis beim Rebschnitt führe.

Außerdem besitze Sauvitage eine sehr hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Peronospora und eine hohe Resistenz gegenüber Oidium. Durch den lockeren Traubenaufbau sei die Sorte zudem nicht anfällig für Botrytis. Darüber hinaus befände sich der Lagenanspruch im mittleren Bereich. „Ertrag und Mostgewicht liegen im Mittel etwas über Riesling. Dabei ist erstaunlich, dass Sauvitage auch beim Anschnitt höherer Erträge kaum Qualitätseinbußen verzeichnet. Dies kann mit dem günstigen Beerenhaut-Fruchtfleisch-Verhältnis aufgrund der kleinen Beeren erklärt werden.“, so Dr. Jürgen Sturm, Ansprechpartner der LVWO.

Züchtung

Der Freiburger Zuchtstamm vereint Erbanteile von Riesling und Grauburgunder mit Resistenzgenen gegen Pilzkrankheiten aus amerikanischen Vitis-Arten. Die Weinsberger Kreuzung ist eine Kombination von Sauvignon Blanc, Riesling und der asiatischen Rebe Vitis amurensis. Wie der Züchter angibt besitzt letztere eine hohe Frostfestigkeit, eine sehr hohe Peronospora-Resistenz und begünstige den lockeren Traubenaufbau. Die registrierte Klonenbezeichnung von Sauvitage lautet We R 10.

Namensgebung

Der Name Sauvitage gibt laut dem LVWO Hinweise auf dessen Herkunft: zum einen besitzt diese neue Sorte genetisches Material von Sauvignon Blanc, zum anderen steckt in dem Namen das französische Wort für wild, nämlich „sauvage“. Hierdurch wird Bezug auf die Pilzwiderstandsfähigkeit von Sauvitage genommen.

Sensorische Eigenschaften

Das gesamte Weinpotenzial von Sauvitage sei bislang noch nicht vollständig greifbar, da den Praktikern in der Kellerwirtschaft noch vertiefende Erfahrungen mit der neuen Sorte fehlen. Allerdings ist dem Züchterteam um Dr. Jürgen Sturm bereits bekannt, dass die Bandbreite an Aromen und Stilistiken ähnlich vielfältig wie bei Sauvignon Blanc ist. Die Beschreibungen reichen demnach von frisch-fruchtig, über exotisch bis hin zu Stachelbeernoten.

Im Unterschied zu manchen Sauvignon Blanc-Typen zeige die Sorte jedoch keine grün-grasigen Geschmackskomponenten. Durch seine vielschichtige Aromatik verbinde Sauvitage Merkmale seiner Stammesväter Riesling, Sauvignon Blanc und Grauburgunder. Die angenehme Säurestruktur fügt sich mit dem Bukett zu einem harmonischen Gesamtbild, so die Weinsberger Forscher weiter.

In Rheinland-Pfalz findet Sauvitage bislang eine Verbreitung von 1,3 Hektar im Anbau. Informationen von Arno Becker, DLR R-N-H (jb)

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