Federweißer muss gären

Donnerstag, 16. August 2018 - 11:45
Technologie
Federweißer muss gären und ist grundsätzlich zum sofortigen Verzehr bestimmt (Foto: Dieth & Schröder)

Das hat das Verwaltungsgericht Trier hat entschieden, dass es weinrechtlich nicht zulässig ist, ein nicht gärendes Produkt auf dem Etikett als "Federweißer" zu bewerben. Die Richter bewerteten die Bezeichnung in einem vorliegenden Fall als irreführend. Das fragliche Erzeugnis sei außerdem haltbar und fest verschlossen gewesen, was deutlich vom üblichen Federweißer abweiche. Deshalb bewerteten die Richter die Bezeichnung in dem vorliegenden Fall als irreführend. Federweißer müsse grundsätzlich zum direkten Verkehr bestimmt sein. Der Verbraucher gehe üblichweise davon aus, dass Federweißer weiterhin gärfähig sei, im Herbst offen abgegeben werde und zügig konsumiert werden müsse.

Bereits 1988 hat die Europäische Kommission darüber entschieden, dass die Bezeichnung Federweißer für Produkte, deren Gärung zeitweise durch Konservierungsmaßnahmen unterbrochen wurde, nicht mehr zulässig sei. Das Urteil in dem jüngesten Fall ist allerdings noch nicht rechtskräftig und geht voraussichtlich in Revision. Die betroffene Kellerei darf ihr haltbares und fest verschlossenes Produkt einstweilen nicht als "Federweißer" in Verkehr bringen. -hk-

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