DWV: Neuer Vizepräsident und Bericht zur Lage

Freitag, 21. August 2020 - 13:00
Verbände
Der frisch gewählte DWV-Vizepräsident Henning Seibert (links) mit DWV-Präsident Klaus Schneider (rechts) Foto: Kehrer

Die ordentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Weinbauverbandes e.V. (DWV) fand dieses Jahr Corona bedingt erst am 20. August im Internationalen Congress Center der Messe Stuttgart statt.

Neuer Vizepräsident

Auf der Mitgliederversammlung wurde neben der Entlastung der Geschäftsführung, dem Bericht zur Lage und der Erörterung der Zukunft des Verbandes, auch Henning Seibert ohne Gegenstimme zum DWV-Vizepräsidenten gewählt. Er löst Dieter Weidmann ab, der Anfang des Jahres in Ruhestand ging. 

In seinem Bericht zur Lage, den der DWV-Präsident aufgrund der Corona-Pandemie dieses Jahr nur auf einer internen Mitgliederversammlung hielt, ging Klaus Schneider auf die besonderen Herausforderungen im Jahr 2019 und bisherigen Jahr 2020 ein.

Weinrecht

Einen Tag nachdem das Bundeskabinett der Reform des Weingesetzes zugestimmt hatte, betonte Schneider, dass die gemeinsam im Verband nach intensiven Diskussionen getroffenen Kompromisse jetzt nicht torpediert werden sollten. Er fordert alle Mitglieder dazu auf, jetzt an einem Strang zu ziehen, um eine gemeinsame Linie für die zukünftigen Bezeichnungen und Kriterien der Herkunftsstufen zu erreichen.

Corona Unterstützung

Der Corona-bedingte Lockdown habe auch den Weinabsatz schwer getroffen, so der DWV-Präsident. Angesichts aktueller steigender Infektionszahlen, die wieder schärfere Auflagen nach sich ziehen könnten, warnte Schneider die Branche, von einer zu schnellen Erholung des Marktes auszugehen: „Die Krisenmaßnahmen der EU waren leider nicht maßgeschneidert für die deutsche Weinbranche. Insbesondere hat aber auch das entsprechende zusätzliche EU-Budget gefehlt, um marktstabilisierende Maßnahmen in Deutschland zu finanzieren.“ Es bestehe zum Glück noch kein akuter Handlungsbedarf. Er werde das Landwirtschaftsministerium an sein Versprechen erinnern, die Marktentwicklung sehr genau zu beobachten und bei Bedarf werde er erneut und mit Nachdruck Krisenunterstützungsmaßnahmen fordern.

Dass der Unionsbeitrag zu allen Maßnahmen der nationalen Stützungsprogramme auf 70 Prozent aufgestockt wurde, begrüßte Schneider. Der Deutsche Weinbauverband werde jedoch auf europäischer Ebene neben anderen Krisenmaßnahmen eine Beibehaltung dieses erhöhten Fördersatzes von 70 Prozent fordern.

Insekten- und Umweltschutz

Mit Sorge betrachtet Klaus Schneider die Entwicklungen im Bereich Weinbau und Umwelt. Im Zusammenhang mit dem Insektenschutzgesetz betonte er die Notwendigkeit einer Folgenabschätzung und mahnte auch eine ausreichende Ursachenforschung an. Schneider forderte weiter eine kontinuierliche Einbindung der weinbaulichen Praxis in die politischen Entscheidungsprozesse. „Ich wehre mich massiv gegen eine Kriminalisierung unseres Berufsstandes“, so der Präsident. -jk-

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