Am Fiskus vorbei

Mittwoch, 19. Juli 2017 - 9:45
Die rheinland-pfälzische Finanzverwaltung ist Steuersündern auf der Spur.

In ihren Ermittlungen gegen rheinland-pfälzische Winzer, die Flaschenwein an der Steuer vorbei verkauft haben, hat die Finanzverwaltung des Bundeslandes bereits 110 Strafverfahren abgeschlossen. Wie das Landesamt für Steuern in Koblenz mitteilte, sind allein in diesen Fällen Steuern und Zinsen in Höhe von 13,2 Mio Euro hinterzogen worden. In den Jahren 2012 bis 2017 seien außerdem 13 Selbstanzeigen eingegangen.

Laut Landesamt dauern die Ermittlungen weiter an. Die Untersuchungen hatten seit 2012 in allen rheinland-pfälzischen Weinanbaugebieten zur Aufdeckung von Steuerstraftaten geführt. Durchsuchungen von Zulieferbetrieben, bei denen Korken, Verschlüsse, Flaschen und Etiketten im Wege des sogenannten „Rechnungssplittings“ erworben worden waren, brachte die Ermittler auf die Spur.

Die beschuldigten Winzer hatten bei Zulieferbetrieben Korken, aber auch Flaschen sowie sonstige Flaschenverschlüsse und Etiketten gekauft. Teile der Lieferungen wurden gegen Rechnung bezogen, andere dagegen am Fiskus vorbei. Der Wein mit den „schwarz“ erworbenen Korken wurde dann verkauft, ohne dass die Winzer dafür die anfallenden Steuern zahlten. (AgE)

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