Ausgabe 12/2017

Freitag, 9. Juni 2017 - 10:00

»BIO« logisch?!

Der Deutsche Weinbau Nr. 12/2017 - Cover

Deutschland gilt als größter Markt für biologisch erzeugte Lebensmittel in ganz Europa. Die deutschen Haushalte geben immer mehr Geld für Bio-Lebensmittel aus. Das merkt auch der Handel und baut sein Angebot entsprechend aus. Die Bio-Branche wird also weiter wachsen. Von dieser positiven Entwicklung und dem Trend zu »Bio« profitiert in Teilen auch der Bio-Weinmarkt. In den letzten 13 Jahren hat sich die Bio-Rebfläche in Deutschland verdreifacht. Den Gesamtmarkt für Bioweine in Deutschland schätzen Experten mittlerweile auf knapp 1 Million Hektoliter. Klingt nach einer sehr positiven Entwicklung. Doch was sich zunächst nach viel anhört, entspricht nur knapp fünf Prozent des Marktes. Auch das Wachstum des Bio-Weinmarktes lässt sich längst nicht mit der Entwicklung anderer Bio-Lebensmittel vergleichen. Eine Untersuchung der Hochschule Geisenheim (ab Seite 34) zeigt, dass das Potenzial für Bio-Weine zwar vorhanden ist, es den Verbrauchern allerdings an Information und Aufklärung fehlt. Hier sind alle gefragt. Produzenten, Handel, Verbände und nicht zuletzt die Medien können dazu beitragen, dass das Vertrauen der Konsumenten in Bio-Weine zunimmt. Momentan ist es häufig so, dass die Weine häufig unbewusst gekauft werden — also eher obwohl und nicht weil »Bio« draufsteht. Das mag auch damit zusammenhängen, dass man alkoholische Getränke weiniger mit gesunder Ernährung in Verbindung bringt, als das beispielsweise bei Obst und Gemüse der Fall ist. Die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung im Weinbereich sind da. Das zeigt die Geisenheimer Befragung. Wie man auch als Global Player erfolgreich Bio-Weinbau betreiben kann, zeigt das Beispiel von Miguel Torres. Christoph Kammüller erklärt, warum sich das spanische Unternehmenfür das Thema engagiert. Wer mehr wissen möchte, sollte seinen Vortrag bei »Best Practice in Wine« nicht verpassen.

Holger Klein
Stellv. Chefredakteur
klein@meininger.de

Inhalte dieser Ausgabe

Retten was übrig ist

Heften: Nach den Frostschäden gilt es, vorhandene Lücken in der Laubwand zu schließen und so zumindest für gutes Zielholz für den nächsten Rebschnitt zu sorgen.

Strategie optimiert

In mehrjährigen Versuchen wurde untersucht, ob sich die Behandlungsintervalle mit der Kombination eines vorbeugend wirkenden Fungizides und Veriphos verlängern lassen. Nachfolgend werden die Resultate vorgestellt.

Gärstockungen bei Schaumweinen

Gärstockungen sind seit jeher ein Problem für die Weinindustrie. Auch vermeintlich robustere und gärstarke Hefen können Gärprobleme nicht immer zuverlässig lösen.

Glänzend geeignet

Der Kauf neuer Tanks erfordert eine sorgfältige Planung, um die bestmögliche Anpassung von Ausstattung und Form an die betrieblichen Notwendigkeiten zu erreichen.

Wer kauft „Bio“?

Das Thema »Bio« hat Einzug in unser tägliches Leben erhalten. LEH und Discounter haben den Trend erkannt. Von diesem Wandel ist auch die Weinwirtschaft betroffen.