Ausgabe 10/2017

Freitag, 12. Mai 2017 - 10:00

Weinbau in Nordost?

Der Deutsche Weinbau Nr. 10/2017 - Cover

Nach all den Horrormeldungen, die uns in den letzten Wochen zu Frostschäden in ganz Europa erreicht haben, lag heute schon wieder eine Meldung in meinem Postfach. Sie besagt, dass die weltweiten Naturkatastrophen im Weinbau jährlich einen Schaden in Milliardenhöhe verursachen. Das hat ein Forschungsprojekt des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ermittelt. Untersucht wurden mehr als 7.500 Weinanbaugebiete in 131 Ländern. Die Bedrohungen reichen von Frost, Sturm und Hagel bis hin zu Vulkanausbrüchen, Dürren und Erdbeben. Besonders betroffen sei demnach die Region Mendoza in Argentinien, gefolgt von den Schwarzmeeranrainern Moldawien und Georgien. In Äquatornähe werden laut der Meldung des KIT wohl mittelfristig einige Weinbauregionen verlorengehen. Von den weltweiten Klimaveränderungen scheinen allerdings auch einige Gebiete zu profitieren. England, Kanada und Nordchina dürften sich vermutlich freuen. Das Forscherteam geht davon aus, dass nördlich und südlich der heutigen Weinbauzonen künftig neue Anbaugebiete entstehen werden. Die Aussichten für den Weinbau in Deutschland scheinen gar nicht so schlecht. Bleibt nur abzuwarten, wo unsere Weinbauregionen der Zukunft liegen.

Sylt allein wird mit einer Fläche von rund 9.900 Hektar kaum ausreichen, um die Nachfrage zu bedienen. Es gibt allerdings auch andere schöne Inseln in Nord- und Ostsee. Während Sie diese Zeilen lesen, bin ich zufälligerweise vor Ort, um mir die potenziellen Spitzenlagen des Jahres 2050 anzusehen. Spaß beiseite! Ich hoffe, diese Idee bleibt reine Fiktion. Wo sollten denn in Zukunft die Salzlämmer grasen, wenn hier oben an der Küste überall Wein wächst? Mir wäre es jedenfalls lieber, wenn uns der Klimawandel nur insofern betrifft, dass wir mehr gute Rotweine zum Lamm produzieren können. »Na denn man tau!«, wie der Ostfriese sagt.

Holger Klein
Stellv. Chefredakteur

Inhalte dieser Ausgabe

Nachhaltigkeit

Handel und Verbraucher sind die größten Treiber der Nachhaltigkeit. Ihr Einfluss wird dazu führen, dass auch die Weinwirtschaft Nachweise für Nachhaltigkeit erbringen muss.

Erst denken, dann schneiden!

LAUBSCHNITT: Hoher Ertrag, hohes Mostgewicht oder langsame Reifung? Je nach geplantem Anbauziel hilft eine angepasste Vorgehensweise beim Laubschnitt.

Aus der Industrie

Spatenstich für neue Zentrale

Der Neubau der Maschinenfabrik Bermatingen soll im Herbst 2018 fertiggestellt sein.

Neuer Standort

Die Würfel sind gefallen, die Max Holder GmbH ist bei der Suche nach einem
neuen Firmensitz fündig geworden.

Präzise Applikation mit Vicar

Im Weinbau ist effizienter Pflanzenschutz die Basis für ein gutes Ertragsniveau. Die zielgenaue Applikation durch die Pflanzenschutztechnik von Vicar unterstützt ökonomisch und umweltschonend, Reben und Lesegut vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen.

Erfolgreich entwickelt

Ohne das DLR Mosel und seine Technikberatung sowie verschiedene Lohnunternehmer, Maschinenbaufirmen, die Berufsgenossenschaft und viele engagierte Winzer wäre der Erfolg des RMS-Systems nicht denkbar.

Frisch gepresst

Die Anschaffung einer neuen Presse ist eine der zentralen Investitionen in der Weinbereitung. Eine neue Traubenpresse ist heute vorwiegend eine Ersatzinvestition für technisch veraltete Pressen, denn die Entwicklung in der Technik und der Steuerung der Traubenpressen hat sich in den letzten Jahren beschleunigt.

Falsch oder echt?

Pilzkrankheiten treten jedes Jahr auf und sind trotzdem immer wieder für eine Überraschung gut. Erfolgreiche Bekämpfungsstrategien setzen voraus, dass man weiß »mit wem man es zu tun hat« und was bei der Bekämpfung beachtet werden sollte.

Der Oenologe

Editorial

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BDO intern

Résumé der ProWein und Vinitaly

Geisenheimer Oenologen

Rückblick 60. BDO-Tagung