Ausgabe 03/2015

Freitag, 6. Februar 2015 - 8:00

Liebe Leser,

Der Deutsche Weinbau Ausgabe 03/2015

eine alte Redensart besagt: »Holzauge, sei wachsam!« und mahnt zur erhöhten Aufmerksamkeit. Wachsam sollte nicht nur ein jeder sein, sondern gerade Winzer sollte stets ihre Reben im Blick haben. Damit dieser beruhigend ist und bleibt, haben wir einige passende Themen für Sie ausgewählt. Da wäre zum einen DDW Praxisnah, dort dreht sich alles um die Wuchskraft von Reben und Sie bekommen Informationen zum richtigen „Wuchskraftmanagement“ (S. 34). Auch bei der Düngung sollte man Vorsicht walten lassen. Wissenschaftler der Hochschule Geisenheim stellen sich seit 1983 die Frage: Wie viel ist zu viel? Neue Ergebnisse aus dem Langzeitversuch gibt es ab Seite 20 nachzulesen. Den Klimawandel immer im Blick hat sich der Neustadter Absolvent Matthias Rau mit der Säurestruktur des Rieslings genauer beschäftigt. In seinem Versuch untersucht er weinbauliche Maßnahmen, die den Säuregehalt der Beeren beeinflussen und klärt die Frage, ob eine Reifereduzierung automatisch zu gesünderen Trauben führt. Ebenfalls wachsam sollte man stets vor einer Investition sein: Meine Kollegin Sarah Augenstein hat den Markt für Akkuscheren genauer betrachtet und stellt eine umfassende Tabelle für Ihre Kaufentscheidung zur Verfügung (ab S. 12). Um Kaufentscheidungen geht es auch in einem weiteren Beitrag des DLR Reinpfalz (S. 14). Hierbei wurden mittels Eyetracking-Methode verschiedene Etiketten unter Marketingaspekten untersucht und die Kaufbereitschaft bei ausgewählten Zielgruppen bestimmt. Also achten Sie zukünftig mehr auf Ihre Sinne!

Franziska Tschöcke tschoecke@meininger.de

Inhalte dieser Ausgabe

UMFRAGE - Jahrgang 2014: Wie früh wird abgefüllt?

Mit großem Interesse wird alljährlich auf den neuen Weinjahrgang gewartet. Frühfüllungen, die sich durch eine jugendliche Frische und Spritzigkeit auszeichnen, haben ihre Fangemeinde. Welche Rolle spielen die frühreifen Tropfen in den Betrieben? Sind sie mittlerweile ein Muss? Gabriele Brendel hat sich in Franken umgehört.

MARKETING - Welches Etikett verkauft (t)euren Wein?

In einer Bachelorthesis am Weincampus Neustadt wurden die Auswirkungen von verschiedenen Etikettentypen sowohl auf die Kaufentscheidung als auch auf die Preisbereitschaft untersucht. Hierfür wurden zwei verschiedene Zielgruppen – Weinfachhandelskunden und Studenten – mittels Eyetracking-Methode beobachtet.

INTERVIEW - Wenn Wein(ver)kauf zur Vertrauenssache wird

Frankenweinliebhaber.de, der Weinshop der regiogate GmbH aus Würzburg, wurde 2013 gegründet und erfreut sich wachsender Beliebtheit bei Winzern und Endverbrauchern in Franken und darüber hinaus. Die beiden Geschäftsführer Uwe Einspanier und Ralph Seeberger geben einen Einblick.

WEINBAU - Stickstoffdüngung: Menge im Verhältnis zu Effizienz

Stickstoff ist ein essentieller Nährstoff für die Rebe. Doch welche Menge ist ausreichend und wie viel ist zu viel? Einfluss auf die Menge haben u.a. Boden und Klima. Die Effizienz der Düngung ist entscheidend, sie kann auf unterschiedliche Arten gemessen werden. Ein Langzeitversuch aus Geisenheim soll Klarheit schaffen.

Außerdem:
Säurestruktur: Welche Maßnahmen haben Erfolg?
Kauf von Akkuscheren: ein Vergleich lohnt sich

PRAXISNAH - Wuchskraft der Rebe: eine bedeutende Stellschraube

Die Wuchskraft bzw. Wuchsstärke einer Rebanlage hat vielfältige Auswirkungen auf Ertrag, Erntemenge, Verrieselungsneigung, Stiellähme und allgemeine Krankheitsanfälligkeit. Anzustreben ist ein moderater Wuchs – Extreme sollten vermieden werden.