Ausgabe 01/2021

Freitag, 8. Januar 2021 - 11:30

Den Blick nach vorne richten

ddw01/21

Der Wunsch auf eine baldige Rückkehr zur Normalität
war dieses Jahr die zentrale Botschaft vieler
– auch meiner eigenen – Weihnachts- und Neujahrsgrüße.
Das ist nicht überraschend. Wir blicken
auf ein sehr schwieriges Jahr zurück, auf ein
Jahr, in dem uns eine Katastrophe von bisher noch nie dagewesenem
Ausmaß vor große Herausforderungen gestellt hatte.
Die Corona-Pandemie hatte im vergangenen Jahr das politische,
wirtschaftliche und auch gesellschaftliche Leben fest
im Griff.
Wir wollen den Blick aber lieber nach vorne richten. Seit
Ende Dezember gibt es durch den Start der Corona-Impfungen
in der EU die Perspektive, dass sich - schneller als von vielen
erwartet - wieder etwas mehr Normalität in unserem Leben
einstellen könnte. Jüngst hat Gesundheitsminister Jens Spahn
geäußert, dass er mit einem Impfangebot für alle Bürger im
zweiten Quartal rechne. Zu hoffen wäre jedenfalls, dass damit
der für die Weinbranche wichtige Absatzkanal
der Gastronomie und die zahlreichen Weinfeste-
und -veranstaltungen nicht auch 2021 der
Krise zum Opfer fallen. Geduld müssen wir
trotzdem haben, da die direkten und indirekten
Folgen der Krise für viele Wirtschaftszweige
auch für den Weinbau nachwirken werden.
Wir appellieren daher an die Verantwortlichen
in Brüssel und Berlin, weiterhin zu versuchen,
die Aus- bzw. Nachwirkungen durch Krisenmaßnahmen
abzufedern. Auch wenn sich viele mittlerweile
fragen, wie diese noch finanziert werden können!
Was steht 2021 auf der Agenda? Die Reform des Weinrechts
befindet sich aktuell auf der Zielgeraden. Das Weingesetz hatte
bereits Ende letzten Jahres im Bundesrat die letzte Hürde genommen,
die Reform der Weinverordnung mit dem Rahmen
für eine Herkunftsprofilierung soll Anfang März angenommen
werden. Für die Schutzgemeinschaften in den Regionen besteht
dann endlich der Rahmen für die Profilierung ihrer eigenen
geschützten Ursprungsbezeichnungen. Die Diskussionen
hatten in den Regionen bereits im vergangenen Jahr begonnen.
Wie üblich gilt auch beim Weinrecht der Grundsatz – nach
der Reform ist vor der Reform. Durch die GAP-Reform, deren
Verabschiedung im Frühjahr erwartetet wird, ergibt sich ein
rechtlicher Anpassungsbedarf auf nationaler Ebene. Der neue
Reformprozess wird der Branche die Möglichkeit geben, Themen
einzubringen, die in der bisherigen Diskussion über ein
neues Weinrecht noch nicht oder zu wenig berücksichtigt wurden.
Im Fokus werden auch 2021 wieder die Themen Nachhaltigkeit,
Biodiversität und Insektenschutz stehen. Durch die
Umsetzung des Aktionsprogramms „Insektenschutz“ drohen
rechtliche Veränderungen, die für unsere Branche insbesondere
in den Schutzgebieten nicht umsetzbar sind. Hier müssen
mit der Politik im Dialog praxistaugliche Lösungen erarbeitet
werden.
2021 wird auch in »eigener Sache“ – in der ddw-Redaktion -
Veränderungen bringen. In Politik und in der Wirtschaft haben
sich mittlerweile Doppelspitzen bewährt. Unterschiedliche
Perspektiven und Ideen können somit miteingebracht werden.
Der Anspruch auf Diversität und Innovation
wird damit bereits auf Führungsebene
umgesetzt. Wir werden deshalb künftig
im ddw auch wieder mit einer Doppelspitze
arbeiten. Jacqueline Kehrer, die bisher
die Redaktionsleitung innehatte, wird neben
mir ab sofort als Chefredakteurin
arbeiten. Ich
freue mich, dass wir
in diesem neuen Rahmen
unsere sehr gute Zusammenarbeit
fortsetzen können.
Ihnen wünsche ich alles Gute, insbesondere
Gesundheit für 2021 und wünsche
uns, dass wir alle Herausforderungen
in diesem Jahr erfolgreich meistern
können. F

Inhalte dieser Ausgabe

Foto: M. MEhofer
Winterbegrünung

Über die geeignete Saatmischung lassen sich Stickstoffdynamik und -verfügbarkeit optimal steuern

Foto: G. Götz
Rebsorten

Vinefera-Kuriositäten mit außergewöhnlichen Formen und Farben

Foto: L. Jäger
Biodiversität

Diese Mulch- und Schnitttechniken sind besonders schonend und fördern die Biodiversität

Foto: Kehrer
Weinbautage Spezial

»Stayathome« gilt dieses Jahr auch für die Weinbautage

Foto: Foto: tatiana - stock.adobe.com
Betriebsübergabe

Für Familienunternehmen ist die Sicherung der Unternehmensnachfolge oft die größte Herausforderung