Ausgabe 01/2017

Freitag, 6. Januar 2017 - 9:00

Editorial

DER DEUTSCHE WEINBAU Ausgabe 01/2017

Am falschen Ende gespart?

Der wirtschaftliche Schwerpunkt von Industrienationen wie Deutschland liegt in den Bereichen Technologie und Dienstleistung. Damit der Status als Industrienation erhalten werden kann, bedarf es Investitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung. Für diese Investitionen sind der Staat und die Wirtschaft verantwortlich. So weit, so bekannt.

Warum erzähle ich Ihnen das? Ich war neulich bei einer Tagung des Ausschusses für Technik im Weinbau (kurz: ATW). Dort werden künftige Forschungsvorhaben im Weinbau diskutiert und vom ATW mit finanziellen Zuschüssen gefördert. Was mir bei dem Treffen auffiel, war die Tatsache, dass dort zwar Gelder zur Verfügung gestellt werden sollten, sich aber kaum jemand fand, der diese nutzen wollte. Das schien mir ungewöhnlich. Ich fragte mich also, woran das liegen könnte. Die Antwort folgte auf dem Fuß: Zeitmangel. Besser gesagt: Personalmangel. Die Forschungseinrichtungen und Dienstleistungszentren haben mit massiven Stellenkürzungen zu kämpfen. Den Wissenschaftlern fehlt schlicht und einfach die Zeit, sich allen Vorhaben, Lehr- und Bildungsaufträgen widmen zu können. Es mangelt an Kolleginnen und Kollegen, die diese und viele weitere Aufgaben übernehmen könnten.

Hier ist die Politik gefragt. Sie muss die Haushalte so ausgestalten, dass die für den Weinbau so wichtigen Einrichtungen ausreichend mit Ressourcen versorgt sind. Das käme nicht nur der Wissenschaft zu Gute, sondern in Folge auch der Praxis und somit dem Standort.

Bleibt also zu wünschen, dass die politisch Verantwortlichen diesen Punkt recht weit oben auf der Liste mit den guten Vorsätzen fürs neue Jahr stehen haben.

Holger Klein
stellv. Chefredakteur DER DEUTSCHE WEINBAU
klein@meininger.de

Inhalte dieser Ausgabe

Ausgefeilte Technik

Intervitis 2016
Viele Technik-Neuigkeiten für den Steilhang sowie neueste Drohnen begeistern die Besucher

Kostenkontrolle

Kostenartenrechnung
Um wirtschaftlich arbeiten zu können, ist eine genaue Analyse der Einnahmen und Ausgaben unerlässlich

Nachgefragt: Wurden PIWIS in 2016 ihrem Namen gerecht?

Das Jahr 2016 stellte selbst pilzwiderstandsfähige Sorten auf die Probe. Drei Winzer berichten.

Nachgeforscht: Don´t drink and drive - alternativlos

Dr. Claudia Stein-Hammer und ihr DWA Team haben die Blut-Alkohol-Konzentration von Intervitis-Besuchern gemessen.

Praxisnah: Erfolgreich aufsteigen

Leiterstürze sind in der Kellerwirtschaft häufige Arbeitsunfälle.