Sechs BRANNTHEISSE Spirituosentrends - Teil 3

Gin geht… Rum?
Ausgabe: 
01
2018
Montag, 25. März 2019 - 10:45
Produkte
Spirituosen

Top Spirits[TREND]

 

Was muss ich auf dem Schirm haben, um
mitreden zu können? Wir wagen einen
Blick in die Trinkgläser von morgen
und präsentierendie sechs aktuell
wichtigsten Spirituosen-Trends!

 

Teil 3 von 6 - Gin geht… Rum?

 

ZweitensAuch wenn viele es nicht mehr hören können: Der Gin wird uns auch in den kommenden Jahren beschäftigen, denn beim Endkunden kommt der Hype gerade erst richtig an. Kaum eine Bar oder Händler wird es sich daher auf absehbare Zeit leisten können, den Gin wieder in der Versenkung verschwinden zu lassen. Ganz im Gegenteil gilt es nun, die Spreu vom Weizen zu trennen und dem Kunden eine solide wie sinnvolle Auswahl zu bieten. Spielen Sie dabei gern eine breite aromatische Klaviatur, von klassisch wacholdergeprägt über zitrisch bis floral oder krautig. Von lokal über regional bis international und vom anderen Ende der Welt: Alles ist erlaubt. Aber achten Sie auf die Einsetzbarkeit der Produkte: Ein Gin sollte unabhängig von seiner geschmacklichen Gewichtung in allen klassischen Drinks funktionieren, vom Gin & Tonic über Sours bis hin zum Maritini. Marken, die das nicht können, werden in Zukunft wenig Chancen haben. Als Trend im Trend werden zudem vermehrt Sloe Gins, Pink Gins, Blue Gins und Navy Strength-Qualitäten in den Fokus rücken und das Angebot noch weiter ausbauen.

Doch was kommt danach? Vieles spricht für den Rum bzw. das Zuckerrohr, wenngleich dessen Kinder seit jeher Big Player am Markt sind. Aber dennoch darf man sich zukünftig auf eine rasant wachsende Vielfalt, einen Ausbau der verschiedenen Rum-Stile sowie einen Trend zur Premiumisierung der Kategorie freuen. Davon werden auch die bisher etwas abgeschlagenen, weniger süßen und charakterstarken Rums, etwa die Agricoles, profitieren. Daneben dürften auch zunehmend nicht-autochthone Rums eine Rolle spielen, sprich Rums, die nicht aus klassischen Anbauländern stammen und mit importierter Melasse, Zuckerrohrsaft oder fertigem Destillat arbeiten. Allerdings könnte es für einenrichtigen Hype noch eine Innovation auf Seiten der Drinks brauchen. Die Tiki-Kultur – obwohl wieder sanft im Kommen – ist hierfür zu aufwendig, klassische Rum-Drinks vielleicht ein wenig zu festgefahren, und ob der Punsch das leisten kann, ist zumindest diskussionswürdig. Aber vielleicht liegt die Stärke des Rums ja gerade darin, dass er in so vielen Varianten funktioniert. Wer braucht da schon ein One-Drink-Wonder?

 

Text: Alexander Thürer

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